Angesichts der allgemeinen russischen Rhetorik ist dies keine sehr überraschende Reaktion.
Die Spannungen zwischen Moskau und Berlin sind nach der jüngsten Neuausrichtung der deutschen Verteidigungspolitik wieder aufgeflammt.
Die dpa berichtete am 22. April, dass Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius eine neue nationale Militärstrategie vorgestellt habe, in der Russland als die größte Bedrohung für Deutschland bezeichnet werde.
„Russland schaffe die Voraussetzungen für einen militärischen Angriff auf NATO-Staaten“, warne die Militärstrategie laut dpa.
Wie reagierte der Kreml also darauf, als größte Bedrohung für Deutschland bezeichnet zu werden?
Historischer Seitenhieb
Dmitri Peskow, Sprecher des russischen Präsidenten, warnte Deutschland davor, das zu wiederholen, was er als historische Fehler bezeichnete.
„Das Wichtigste ist, nicht in dieselbe Richtung zu gehen, in die es in der Geschichte bereits mehrmals gegangen ist“, sagte er auf die Frage eines Journalisten, laut Digi24.
Peskow erwähnte es nicht direkt, doch der Kommentar wird als Seitenhieb auf Deutschland in den 1930er-Jahren interpretiert, als die Nationalsozialisten die Kontrolle über das Land übernahmen.
Russland feiert jedes Jahr den Sieg der Sowjetunion über Nazideutschland am „Tag des Sieges“.
Wiederholte Nazi-Kommentare
Peskows Äußerungen sind bei Weitem nicht die ersten, die das heutige Deutschland mit der Vergangenheit in Verbindung bringen.
Im März 2025 sagte Russlands ehemaliger Präsident Dmitri Medwedew vor den deutschen Wahlen, Friedrich Merz „lüge bereits wie Goebbels“, womit er sich auf den NS-Propagandaminister Joseph Goebbels bezog.
NATO-Reaktion
Parallel zu Deutschlands Plänen arbeitet die NATO daran, ihre gesamte Einsatzbereitschaft zu erweitern.
Das Bündnis strebt an, die Truppenstärke auf rund 460.000 zu erhöhen, um dem entgegenzuwirken, was es als potenzielle russische Aggression beschreibt.
Der deutsche Plan betont ferner Investitionen in neue Technologien wie künstliche Intelligenz, Quantencomputing und Robotik, was eine Verlagerung hin zu zukunftsorientierten Verteidigungsfähigkeiten widerspiegelt.
Quellen: Reuters, AP, BBC, dpa, Digi24