Das vom Krieg zerrüttete Land ist seit Kriegsbeginn um mehr als 50 Plätze in der Rangliste aufgestiegen.
In Zeiten schwerer nationaler Krisen kann der Informationsfluss leicht eingeschränkt werden.
Dennoch zeigen Daten zur weltweiten Freiheit einen überraschenden Trend für die Ukraine, die sich nun im fünften Jahr des Kampfes gegen die russische Invasion befindet.
Die Pressefreiheit in dem vom Krieg zerrütteten Land hat sich erheblich verbessert – und die Ukraine rangiert nun tatsächlich höher als das Land der Freien.
Aufstieg in den Rängen
Im 2026 World Press Freedom Index hat sich die Ukraine unter 180 bewerteten Nationen den 55. Platz gesichert, sieben Plätze mehr als im Vorjahr.
Bemerkenswerterweise ist das Land seit Beginn der russischen Militäroffensive um 50 Plätze aufgestiegen.
Der aktualisierte Datensatz platziert das Land vor mehreren globalen Mächten. Die Ukraine weist eine höhere Position auf als G7-Mitglieder wie die Vereinigten Staaten (64), Japan (62) und Italien (56).
Eine widerstandsfähige Medienlandschaft
Der globale Index bewertet Nationen anhand von fünf Kriterien. Pauline Maufrais, Leiterin der Ukraine-Projekte bei Reporter ohne Grenzen (RSF), erklärte dem ukrainischen Sender Suspilne am 30. April, dass das Land in kulturellen, sozialen und politischen Bereichen Wachstum verzeichnet habe.
Maufrais erklärte Suspilne, dass „die Medienlandschaft in der Ukraine sehr widerstandsfähig sei. Journalisten vor Ort untersuchten weiterhin, was im Land geschehe, und forderten die Machthaber heraus, was zu größerer Transparenz führe.“
Fortschritte ergäben sich aus neuen Maßnahmen zum Medienzugang. Zu den wichtigsten Entwicklungen gehöre eine Entscheidung vom Januar 2026, die Journalisten wieder den Zugang zu parlamentarischen Ausschusssitzungen ermögliche, sowie ein WhatsApp-Chat, der Präsident Volodymyr Zelenskyy und Reporter verbinde.
Raum für Verbesserungen
Trotz positiver Fortschritte erfordere die Gesamtsituation ernsthafte Anstrengungen. Maufrais bemerkte gegenüber Suspilne, dass der aktuelle Zustand der Medienfreiheit landesweit „problematisch“ bleibe.
RSF drängt aktiv darauf, den staatlich unterstützten nationalen Telethon zu beenden, da er die Fernsehvielfalt mindert. Zudem fordern sie umfassende Aktualisierungen der Transparenzgesetze zur Medieninhaberschaft.
Der Zugang zur Frontlinie stellt ein weiteres erhebliches Hindernis dar. Maufrais wies auf wiederkehrende Barrieren in Regionen wie Sumy und Kherson hin, „wo einige Militärangehörige Reportern den Durchgang ohne sicherheitsrelevante Erklärungen nicht gestatten.“
Quellen: Suspilne, Reporter ohne Grenzen (RSF), Ukrinform, World Press Freedom Index