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Neuer Identitätsanspruch in jahrzehntealtem Vermisstenfall

Missing child person poster reward
BD Images / Shutterstock.com

Jahrzehnte nachdem ein Kleinkind spurlos verschwand, sieht sich die Familie weiterhin einer besonderen Belastung ausgesetzt. Neben der anhaltenden Ungewissheit müssen die Angehörigen immer wieder mit Behauptungen von Fremden umgehen, die von sich sagen, den Schlüssel zur Aufklärung des Falls zu besitzen.

Der jüngste Fall um eine Frau aus den USA hat erneut Emotionen und Frustration bei denjenigen ausgelöst, die weiterhin nach Antworten suchen.

Katrice Lee verschwand 1981 in Paderborn an ihrem zweiten Geburtstag. Trotz jahrelanger Ermittlungen ist der Fall bis heute ungeklärt und rückt immer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit.

Wie die britische Boulevardzeitung The Sun berichtet, behauptet die US-Amerikanerin Heather McCord nun, sie könnte das vermisste Kind sein. Sie kündigte an, nach Großbritannien reisen zu wollen, um dort einen DNA-Test durchführen zu lassen und ihre Vermutung zu untermauern.

Zuvor hatte sie eine Online-Spendenkampagne gestartet, um die Reise zu finanzieren. Diese brachte 217 Dollar ein, bevor sie wieder entfernt wurde. In einem Facebook-Beitrag, auf den sich die Zeitung bezieht, schrieb sie:

„Ich werde dorthin gehen und den DNA-Test machen und alle Beweise, die ich habe, vorlegen – ob es den Leuten gefällt oder nicht.“

Für die Familie Lee sind derartige Behauptungen nicht neu. Im Laufe der Jahre meldeten sich immer wieder Personen mit ähnlichen Aussagen. Einige unterzogen sich später DNA-Tests und zogen sich still zurück, nachdem sich keine Verbindung bestätigen ließ.

Familie unter Druck

Richard Lee, der Vater von Katrice, wies die jüngsten Behauptungen zurück und sprach von einem wiederkehrenden, schmerzhaften Muster:

„Meine erste Reaktion war große Wut, und wenn ich meine Hände um ihren Hals hätte legen können, um meine Wut auszudrücken, hätte ich das getan.“

Er äußerte den Verdacht, die Geschichte sei so konstruiert worden, dass sie glaubwürdig erscheine, stellte jedoch ihre Plausibilität infrage – insbesondere die angeblich klaren Erinnerungen aus frühester Kindheit.

Die Familie war in der Vergangenheit auch schwereren Belästigungen ausgesetzt. Laut früheren Berichten der Zeitung wurden Angehörige wiederholt von Personen kontaktiert, die verstörende oder verhöhnende Kommentare abgaben, darunter auch solche, die die Umstände von Katrices Verschwinden ins Lächerliche zogen. In einigen Fällen kam es zu rechtlichen Konsequenzen wegen böswilliger Kommunikation.

Umstrittene Identität

McCord beschreibt nach eigenen Angaben fragmentarische Erinnerungen an eine Entführung und bezeichnet diese als „schlimmer als Horrorfilme und Albträume zusammen“.

Sie behauptet zudem, einzelne Vertreter von Strafverfolgungsbehörden hätten ihre Darstellung bestätigt, und sie verfüge über entsprechende Dokumente. Eine unabhängige Überprüfung dafür liegt jedoch nicht vor.

Als mögliche Hinweise auf eine Verbindung nennt sie außerdem eine Augenerkrankung sowie ein Muttermal.

Auf die geäußerte Skepsis reagierte sie mit den Worten: „Ich verstehe, warum die Familie Lee denken könnte, ich sei eine Betrügerin, nach allem, was sie durchgemacht hat.“

„Ich verspreche, ich möchte einfach herausfinden, wer ich wirklich bin. Und wenn sich herausstellt, dass ich nicht Katrice bin, werden sie nie wieder von mir hören.“

Quelle: The Sun