Besonders der maritime Teil der Manöver hat Moskau verärgert.
Die NATO führt ein groß angelegtes Manöver entlang der russischen Grenze durch.
Die jährliche Übung namens „Spring Storm“ wurde am 4. Mai in Estland gestartet und soll fast einen Monat dauern.
Auf ihrem Höhepunkt werden mehr als 12.000 Soldaten aus mehreren NATO-Staaten und der Ukraine hauptsächlich in Estland zusammenkommen.
Ziel der Übung ist die Simulation eines groß angelegten konventionellen Krieges, doch laut Russland ist sie tatsächlich Teil eines größeren NATO-Plans.
Ein Plan, der die Eroberung russischen Territoriums beinhaltet.
Siedepunkt auf See
Nikolaj Kortschunow, der russische Botschafter in Norwegen, behauptete in einem kürzlich geführten Interview mit der russischen staatlichen Nachrichtenagentur TASS, die NATO übe tatsächlich eine Seeblockade und die anschließende Eroberung der russischen Oblast Kaliningrad.
Diese russische Exklave ist vollständig vom Festland abgeschnitten. Sie liegt fest eingekeilt zwischen Polen und Litauen und verschafft dem Kreml einen wichtigen und hochstrategischen Stützpunkt an der Ostseeküste.
Kortschunow erklärte gegenüber TASS, die NATO-Länder zeigten eine „charakteristische Arroganz“ in ihrem Vorgehen in der Region. Er behauptete, sie neigten dazu, „die Ostsee als ihren ‚Binnensee‘ zu betrachten“.
Blockade von Handelsversandwegen
Der Botschafter erhob eine weitere schwere Anschuldigung gegen die Mitgliedstaaten.
Er behauptete, sie blockierten illegal Handelsversandwege, und argumentierte, diese restriktiven Maßnahmen fänden „unter dem falschen Deckmantel der Bekämpfung der sogenannten Schattenflotte“ statt.
Er legte keine Beweise zur Untermauerung seiner Behauptungen vor.
Bereit zum Gegenschlag
Der Botschafter sprach eine deutliche Warnung aus. Er merkte an, das Militärbündnis besitze die erforderliche Seestärke, um solche Blockaden tatsächlich durchzuführen, und fügte hinzu, der Westen lasse internationales Recht selten seiner Dominanz im Wege stehen.
Dennoch beharrt Moskau darauf, nicht zurückweichen zu wollen. „Russland hat etwas, um auf die Bedrohungen seiner strategischen maritimen Kommunikationswege zu reagieren“, erklärte Kortschunow gegenüber TASS.
Er erwähnte, das russische Verteidigungsministerium und der Sicherheitsrat bereiteten aktiv praktische militärische Maßnahmen vor.
Quellen: TASS, NATO