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Russische Medien der Verbreitung falscher Virusmeldungen bezichtigt

doktor holder en positiv hantavirus test
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Russische Staatsmedien und pro-Kreml-Kanäle werden beschuldigt, eine Desinformationskampagne gestartet zu haben, die behauptet, ein tödlicher Hantavirus-Ausbruch breite sich unter ukrainischen Soldaten aus.

Ukrinform berichtete, dass die Falschmeldungen kurz nachdem sich die internationale Aufmerksamkeit auf einen Hantavirus-Ausbruch an Bord des Kreuzfahrtschiffes MV Hondius konzentriert hatte, erschienen seien.

Online verbreitete Behauptungen

Laut Ukrinform veröffentlichte die russische Staatsagentur TASS Behauptungen über angebliche Infektionen unter ukrainischen Soldaten, wobei sie eine ungenannte Quelle zitierte.

Andere russische Medien weiteten die Geschichte daraufhin aus, indem sie behaupteten, ukrainische Militärkommandeure hätten angeblich die Behandlung infizierter Truppen blockiert.

Kleinere pro-russische Telegram-Kanäle und Facebook-Konten behaupteten später, Ausbrüche seien in den Regionen Sumy, Charkiw und Lwiw aufgetreten.

Keine Beweise vorgelegt

Ukrinform erklärte, dass keine der Behauptungen durch Dokumente, Krankenakten oder offizielle Bestätigungen gestützt worden sei.

Der ursprüngliche TASS-Bericht identifizierte Berichten zufolge nicht die Position, Expertise oder Zugehörigkeit der Quelle.

Es gab auch keine Beweise, die Behauptungen stützten, dass die ukrainische Militärführung die medizinische Behandlung infizierter Soldaten verboten habe.

Kreuzfahrt-Ausbruch ausgenutzt

Laut Ukrinform schienen russische Medien die realen Hantavirus-Fälle, die mit dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius in Verbindung gebracht wurden, als Grundlage für die falsche Darstellung zu nutzen.

Der Ausbruch an Bord des Schiffes führte zu mehreren bestätigten Infektionen und mehreren Evakuierungen in Krankenhäuser in Südafrika, der Schweiz, den Niederlanden und Deutschland.

Das ukrainische Außenministerium bestätigte, dass fünf ukrainische Besatzungsmitglieder an Bord des Schiffes gewesen seien, sagte jedoch, dass keiner Symptome einer Krankheit gezeigt habe.

Experten weisen Propaganda zurück

Das ukrainische Zentrum für öffentliche Gesundheit erklärte, Dutzende von Hantavirus-Infektionen würden jährlich im Land registriert, die meisten Stämme verbreiteten sich jedoch nur von Nagetieren auf den Menschen.

Professor Olha Holubovska, eine Spezialistin für Infektionskrankheiten, erklärte, dass der gefährliche Andes-Stamm, der mit dem Kreuzfahrt-Ausbruch in Verbindung steht, hauptsächlich in Nord- und Südamerika und nicht in der Ukraine gefunden werde.

Das Zentrum für strategische Kommunikation und Informationssicherheit wies ebenfalls Berichte über eine angebliche Hantavirus-„Epidemie“ unter ukrainischen Soldaten zurück.

Laut Ukrinform seien keine offiziellen Berichte über Ausbrüche innerhalb der ukrainischen Streitkräfte verzeichnet worden.

Informationskrieg geht weiter

Ukrinform berichtete, dass russische Propagandanetzwerke wiederholt Gesundheitsängste und fabrizierte Militärgeschichten als Teil umfassenderer Informationskampagnen, die auf die Ukraine abzielen, genutzt hätten.

Beamte warnten, dass sich die jüngsten Behauptungen stark auf anonyme Quellen und unbestätigte Social-Media-Beiträge stützten, anstatt auf bestätigte medizinische Beweise.

Quellen: Ukrinform, Ukrainisches Zentrum für öffentliche Gesundheit, Zentrum für strategische Kommunikation und Informationssicherheit.