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Europa könnte bis Ende des Jahrzehnts noch Millionen von Ukrainern aufnehmen

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Eine neue Einschätzung der Vereinten Nationen deutet darauf hin, dass das künftige Ausmaß der Rückkehr ukrainischer Flüchtlinge stark davon abhängen wird, wie sich der Krieg mit Russland in den kommenden Jahren entwickelt.

Die Studie skizziert mehrere mögliche Szenarien, die von einer anhaltenden Vertreibung in ganz Europa bis zur schrittweisen Rückkehr von Millionen reichen, falls die Ukraine besetzte Gebiete zurückerobert, berichtet Ukrainska Pravda.

Verschiedene Szenarien

Laut einer Studie des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge (UNHCR), die von European Pravda zitiert wird, untersucht ein Szenario die Auswirkungen eines „fragilen Friedens mit Zugeständnissen“, der in diesem Jahr erzielt wurde.

Nach diesem Modell würde Russland die De-facto-Kontrolle über die besetzten ukrainischen Gebiete behalten, während die Wiederaufbauinvestitionen in den von der Regierung kontrollierten Gebieten auf moderatem oder hohem Niveau fortgesetzt würden.

Das Szenario geht auch davon aus, dass der Mechanismus des vorübergehenden Schutzes der Europäischen Union für Ukrainer im März 2027 auslaufen würde.

Der UNHCR schätzt, dass unter diesen Bedingungen rund 2,9 Millionen ukrainische Flüchtlinge – etwa 56 % der derzeitigen Flüchtlingsbevölkerung in Europa – mindestens bis Ende 2029 im Ausland bleiben würden.

Fortgesetzter Krieg

Der Bericht modellierte auch eine Fortsetzung des aktuellen Krieges ohne eine größere Einigung oder einen ukrainischen Sieg.

In diesem Szenario würden etwa 5,16 Millionen ukrainische Flüchtlinge, die fast alle derzeit in Europa Vertriebenen repräsentieren, bis zum Ende des Jahrzehnts außerhalb der Ukraine bleiben.

Ein drittes Szenario untersuchte die Möglichkeit, dass die Ukraine besetzte Gebiete noch vor Ende dieses Jahres zurückerobert.

Unter diesen Annahmen könnte die Zahl der in Europa verbleibenden Flüchtlinge erheblich sinken, wobei nur etwa 32 % voraussichtlich bis 2029 im Ausland bleiben würden.

EU-Schutzdebatte

Der UNHCR betonte, dass die Projektionen keine Prognosen, sondern analytische Modelle seien, die aufzeigen sollen, wie sich Flüchtlingsentscheidungen je nach politischer und sicherheitspolitischer Entwicklung verschieben könnten.

Die Agentur erklärte, die Ergebnisse basierten auf verschiedenen Datenformen, einschließlich Umfragen unter vertriebenen Ukrainern.

Gleichzeitig diskutieren europäische Regierungen, welchen rechtlichen Status Millionen von Ukrainern nach dem Auslaufen der derzeitigen EU-Schutzmaßnahmen haben werden.

Die Richtlinie über den vorübergehenden Schutz, die im März 2022 nach Russlands umfassender Invasion aktiviert wurde, gewährte Ukrainern das Recht, in der gesamten Europäischen Union zu leben, zu arbeiten und Zugang zu Dienstleistungen zu erhalten, ohne die traditionellen Asylsysteme durchlaufen zu müssen.

Zukünftige Ungewissheit

Der Notfallmechanismus wurde ursprünglich als kurzfristige Maßnahme eingeführt, aber seither mehrfach verlängert.

Er bleibt derzeit bis zum 4. März 2027 gültig, obwohl die EU-Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission noch darüber diskutieren, ob das System erneut verlängert oder schrittweise eingestellt werden soll.

Die Diskussionen könnten eine wichtige Rolle bei der Gestaltung zukünftiger Migrationsmuster spielen, da Millionen von Ukrainern weiterhin abwägen, ob die Bedingungen in ihrer Heimat eine sichere Rückkehr ermöglichen werden.

Quellen: Ukrainska Pravda, European Pravda, UNHCR