Es hat das Potenzial, die globale nukleare Bedrohung neu zu gestalten.
Russland ist gemessen an der Anzahl der Sprengköpfe die größte Atommacht der Welt.
Die Schätzungen der russischen Atomwaffenbestände variieren, doch ein Bericht der Federation of American Scientists vom März 2025 schätzte, dass Russland im Jahr 2026 über 4.400 Sprengköpfe verfügen würde, wobei die Zahl voraussichtlich steigen wird.
Zum Vergleich wird den Vereinigten Staaten für 2026 ein Bestand von 3.700 Sprengköpfen zugeschrieben.
Nun ist ein besorgniserregendes russisches Atomprojekt ans Licht gekommen.
Wiederbelebung des Kalten Krieges
Laut einer gemeinsamen Untersuchung von WDR und NDR entwickelt ein geheimes russisches Programm mit dem Codenamen Skif eine Methode, nuklearfähige Raketen auf dem Meeresboden des Arktischen Ozeans zu platzieren.
Der Plan sieht vor, spezialisierte Raketensysteme in maßgeschneiderten Silos Hunderte von Metern unter der Oberfläche zu verankern. Westliche Geheimdienstinformationen deuten darauf hin, dass diese Waffen darauf ausgelegt sind, über lange Zeiträume unbemerkt unter Wasser zu verbleiben und per offiziellem Befehl ferngesteuert aktiviert werden können.
Tagesschau berichtete am 21. Mai, dass die militärische Logik klar sei: Das Verstecken von Atomwaffen in Tiefseezonen mache sie nahezu unmöglich, zu verfolgen oder zu zerstören. Dies würde jedoch internationale rechtliche Beschränkungen umgehen und gegen den Meeresboden-Rüstungskontrollvertrag von 1971 verstoßen.
Schatten der Tiefsee
Um diese Unterwasserinfrastruktur aufzubauen, benötigt Moskau spezialisierte Ausrüstung. Laut United24Media deuten NATO-Geheimdienstinformationen darauf hin, dass Russland die Zvezdochka einsetzen könnte, ein riesiges Transportschiff aus Sewerodwinsk, das für den Transport überdimensionierter Marineausrüstung modifiziert wurde.
Operative Überwachung deutet auch auf die wahrscheinliche Beteiligung des einzigartigen U-Boots Sarov hin, das fortschrittliche maritime Technologie in völliger Geheimhaltung testet.
Sollte das Projekt verifiziert werden, würde es einen gefährlichen Versuch darstellen, Russlands nukleare Abschreckungsfähigkeit zu stärken. Doch die Tiefsee ist nicht der einzige Ort, an dem der Kreml seine militärische Präsenz ausbaut.
Unangekündigte Atomübung
Russland überraschte den Rest der Welt Anfang dieser Woche mit der Durchführung einer unangekündigten Militärübung, die sich auf die verdeckte Verlegung nuklearfähiger Raketensysteme konzentrierte.
Dies veranlasste NATO-Generalsekretär Mark Rutte, Russland vor einer „verheerenden“ Reaktion zu warnen, sollte der Kreml Atomwaffen in der Ukraine einsetzen.
Quellen: WDR, NDR, Tagesschau, NATO-Geheimdienst, Yle, United24Media, NATO-Pressepool