Israel hat seine Militärkampagne im Libanon ausgeweitet und die Evakuierung aller Gebiete südlich des Zahrani-Flusses angeordnet, während die Operationen gegen die Hisbollah intensiviert werden.
Israel hat eine erhebliche Ausweitung seiner Militäroperationen im Libanon angekündigt und Zivilisten aufgefordert, ein großes Gebiet südlich des Zahrani-Flusses zu verlassen.
Der Schritt erfolgt, während sich die Kämpfe mit der Hisbollah intensivieren und diplomatische Bemühungen im Hintergrund weiterlaufen.
Evakuierungsbefehl
Laut Digi24 unter Berufung auf France Info ordnete das israelische Militär die Evakuierung aller Gebiete südlich des Zahrani-Flusses an, der rund 40 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt liegt.
In einer auf Telegram veröffentlichten Nachricht warnte der Sprecher des israelischen Militärs, Avichay Adraee, die Bewohner, dass von der Hisbollah genutzte Gebäude zu militärischen Zielen werden könnten.
„Jedes Gebäude, das von der Hisbollah für militärische Zwecke genutzt wird, kann zu einem Ziel werden!“, sagte er.
Die Anordnung erweitert das von Israels Operationen im Südlibanon betroffene Gebiet erheblich.
Ausweitung der Offensive
Laut Digi24 erklärte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, dass israelische Streitkräfte den Litani-Fluss überquert und Operationen nahe der Beaufort-Festung sowie im Gebiet Wadi al-Saluki begonnen hätten.
Das erklärte Ziel besteht darin, Bedrohungen für israelische Gemeinden in Obergaliläa und die Stadt Metula zu beseitigen.
Israel erklärte, die Offensive solle zudem die operative Kontrolle im Südlibanon stärken.
Reaktion des Libanon
Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam verurteilte Israels Vorgehen und bezeichnete es als Politik der „verbrannten Erde“ und kollektiven Bestrafung.
Trotz seiner Kritik sprach sich Salam für die Fortsetzung der Verhandlungen mit Israel aus und bezeichnete die Diplomatie als den „am wenigsten kostspieligen Weg“ für den Libanon.
Laut Digi24 soll am 2. und 3. Juni in Washington eine neue Gesprächsrunde zwischen Vertretern beider Länder stattfinden.
Auch der libanesische Präsident Joseph Aoun verurteilte die Ausweitung der israelischen Angriffe sowie die Zerstörung von Wohnhäusern und historischen Stätten.
Regionale Bedeutung
Der Konflikt hat im Libanon weitreichende Zerstörungen und Vertreibungen verursacht.
Nach Angaben libanesischer Behörden, die von Digi24 zitiert wurden, haben israelische Operationen seit Beginn der Kämpfe mehr als 3.371 Menschen getötet und über eine Million Einwohner vertrieben.
Die Zukunft von Israels Militäreinsatz im Libanon ist zudem mit umfassenderen regionalen Verhandlungen verknüpft. Berichten zufolge hat Iran ein Ende der Militäroperation zu einer seiner Bedingungen für eine umfassendere Vereinbarung im Nahen Osten gemacht.
Quellen: Digi24, France Info