Westliche Geheimdienste beobachten Berichten zufolge einen russischen Plan zur Stationierung nuklearfähiger Raketen auf dem Meeresboden.
Nach der Auswertung von Satellitenbildern, russischen Dokumenten und Interviews mit Militärexperten beobachten westliche Geheimdienste laut WDR und NDR ein russisches Militärprojekt.
Das Projekt soll die Stationierung nuklearfähiger Raketen auf dem Meeresboden umfassen – ein System, das Berichten zufolge bereits seit mehreren Jahren entwickelt wird.
Sollte das System einsatzbereit werden, könnte es neue Herausforderungen für die NATO schaffen, da unter der Meeresoberfläche stationierte Raketen im Konfliktfall schwer zu orten und zu neutralisieren wären, berichtet die Tagesschau.
Militärische Vorteile
Die Raketen sollen Berichten zufolge in speziellen Silos oder Behältern auf dem Meeresboden untergebracht werden, von wo aus sie aus der Ferne aktiviert werden können.
Laut dem Marineoffizier Helge Adrians würde dieser Ansatz Russland ermöglichen, seine nukleare Abschreckung aufrechtzuerhalten, ohne auf U-Boote angewiesen zu sein.
Gleichzeitig ist er der Ansicht, dass Anforderungen an Kommunikation, Energieversorgung und Wartung erhebliche technische Herausforderungen mit sich bringen könnten, wodurch das System schwer zu betreiben wäre.
Die Idee, Atomwaffen auf dem Meeresboden zu stationieren, ist nicht neu. Während des Kalten Krieges untersuchten die Vereinigten Staaten im Rahmen eines Forschungsprojekts ähnliche Konzepte, berichtet die Tagesschau.
Der Kampf um den Meeresboden
Wie weit das Projekt fortgeschritten ist, bleibt unklar. Sollte das System jedoch letztlich wie beschrieben funktionieren, könnte es zu einem weiteren Element der russischen Bemühungen werden, die strategische Abschreckung gegenüber dem Westen zu stärken.
Wir haben bereits darüber berichtet, dass die Besorgnis über das mutmaßliche russische Raketenprojekt mit der zunehmenden Aufmerksamkeit für den Schutz kritischer Infrastruktur auf dem Meeresboden in der europäischen Sicherheitspolitik zusammenfällt.
Diese Sorgen spiegeln sich auch in der NATO-Mission „Baltic Sentry“ wider, die im Januar 2025 nach mehreren Vorfällen mit beschädigten Energie- und Kommunikationskabeln in der Ostsee gestartet wurde.
Ziel der Mission ist es, den Schutz der europäischen Energie- und Kommunikationsinfrastruktur zu verbessern.
Quellen: Tagesschau, WDR, NDR