Der Chef der ukrainischen Nationalpolizei sagt, junge Menschen seien im Allgemeinen eines der Hauptziele russischer Rekrutierer.
Online-Dating soll dazu dienen, in einer digitalen Welt Verbindungen zu knüpfen und Romantik zu finden.
Doch hinter dem „Nach-rechts-Wischen“ können gefährliche Fallen auf ahnungslose Nutzer warten, die auf der Suche nach Liebe sind.
Heute verwandelt ein düsteres Online-System harmlos wirkende Profile in tödliche Waffen.
Eine tödliche Falle
Die russischen Geheimdienste ändern ihre Taktik im anhaltenden Konflikt mit der Ukraine.
Laut dem Chef der ukrainischen Nationalpolizei, Iwan Wyhiwskyj, nehmen ausländische Drahtzieher zunehmend junge Frauen und minderjährige Mädchen im Internet ins Visier.
Sie nutzen diese Rekrutinnen, um tödliche Operationen gegen ukrainische Soldaten durchzuführen.
Wyhiwskyj erklärte dem Portal Censor.net, dass die Operation einem bestimmten Muster in beliebten Messaging-Diensten wie Telegram folge.
Agenten suchen nach verwundbaren Zielen, indem sie schnelles Geld für einfache Aufgaben versprechen. Schließlich weisen sie die Frauen an, Dating-Profile zu erstellen und sich mit Soldaten zu verabreden.
Sobald ein Treffen vereinbart ist, stellen die Drahtzieher Geld für Alkohol und Mietwohnungen zur Verfügung. Sie übermitteln auch Standorte von versteckten Drogenlagern. Während der Treffen mischen die Rekrutinnen heimlich tödliche Dosen Methadon in die Getränke der Soldaten.
Die Polizei hat seit Anfang 2026 bereits sechs Auftragsmorde oder versuchte Morde registriert, die über Apps angeordnet wurden. „Tatsächlich sprechen wir über geplante Morde, die von den Spezialdiensten des Aggressorstaates durch die Hände ukrainischer Bürger organisiert werden“, so Wyhiwskyj.
Tragische Folgen
Die Folgen dieser digitalen Rekrutierung sind bereits tödlich. In der Region Schytomyr nahmen Strafverfolgungsbehörden am 5. Juni ein 17-jähriges Mädchen fest. Der Sicherheitsdienst der Ukraine berichtete, dass sie einen 27-jährigen Soldaten in einer gemieteten Wohnung vergiftet habe.
Auch Erwachsene tappen in die Falle.
In Uschhorod soll eine 26-jährige Frau im April einen Soldaten vergiftet haben, um Daten von seinem Telefon zu stehlen. Der Soldat starb innerhalb weniger Stunden, und sie muss sich nun wegen Hochverrats verantworten.
Diese digitale Rekrutierung ist Teil eines größeren Trends. Die Financial Times berichtete, dass Teenager im vergangenen Jahr 21 Prozent derjenigen ausmachten, die wegen Kollaboration mit Russland festgenommen wurden. Geheimdienstmitarbeiter entdeckten sogar einen Versuch, ein Kind im Alter von nur elf Jahren zu rekrutieren.
Die Behörden fordern Militärangehörige auf, bei Online-Interaktionen wachsam zu bleiben. Die Polizei betont, dass die Drahtzieher diese jungen Bürger als entbehrliche Werkzeuge behandeln und keinerlei Sorge um deren Leben zeigen.
„Gerade junge Menschen sind heute eines der Hauptziele russischer Rekrutierer“, warnte Wyhiwskyj.