Ein moldauischer TikToker, der für pro-kremlnahe Inhalte und wiederholte Aufrufe zu einem russischen Angriff auf Moldau bekannt ist, wurde nach seiner Rückkehr aus Deutschland festgenommen.
Ein moldauischer Influencer, der für die Verbreitung pro-kremlnaher Inhalte und öffentliche Forderungen nach einem russischen Angriff auf Moldau bekannt ist, wurde nach seiner Rückkehr aus Deutschland festgenommen. Der Fall hat eine erneute Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit und Online-Extremismus ausgelöst.
Die Behörden entließen den 33-Jährigen später unter gerichtliche Aufsicht, während die Ermittlungen fortgesetzt werden.
Bei der Rückkehr festgenommen
Laut Digi24 unter Berufung auf Berichte von TVR Moldova wurde Vadim Ţăruş, der online unter dem Namen „Baba Galea, I Don’t Want to Be Silent“ bekannt ist, wegen des Verdachts auf Kriegspropaganda, Hassverbreitung und Intoleranz festgenommen.
Der Influencer hatte über Jahre hinweg eine Anhängerschaft mit Videos aufgebaut, die den Kreml unterstützten und sich gegen den proeuropäischen Kurs Moldaus richteten.
Die Ermittler prüfen Inhalte, in denen er wiederholt zu russischen Militäraktionen gegen Moldau aufgerufen haben soll.
Der Fall hat in den sozialen Medien und in politischen Kreisen des Landes eine intensive Debatte ausgelöst.
Aufrufe zum Krieg
Zu den von Digi24 unter Berufung auf TVR Moldova genannten Videos gehört eine Aufnahme, in der Ţăruş Russland offen zu militärischen Maßnahmen auffordert.
„Putin, schlaf nicht. Wenigstens dieses eine Mal, bitte, schlaf nicht“, sagte er in einer Aufnahme.
Digi24 veröffentlichte außerdem die Übersetzung einer weiteren ursprünglich auf Russisch geäußerten Botschaft, in der der Influencer den russischen Präsidenten zum Handeln aufforderte.
Diese Aussagen sind nun Teil der laufenden Ermittlungen.
Deutliche Reaktionen
Die Festnahme stieß rasch auf Kritik von pro-kremlnahen Stimmen in Moldau, die den Behörden vorwarfen, die Meinungsfreiheit einzuschränken.
Von Digi24 zitierte Rechtsexperten, die sich auf TVR Moldova beriefen, argumentierten jedoch, dass öffentliche Aufrufe zu Krieg und Gewalt nicht denselben Schutz genießen wie politische Meinungsäußerungen.
„Es spielt keine Rolle, ob er freigelassen wurde oder in Haft blieb. Wichtig ist, dass die Behörden reagieren“, sagte der Verfassungsrechtler Alexandru Tănase.
Er fügte hinzu, dass Menschen verstehen müssten, dass online veröffentlichte Botschaften rechtliche Konsequenzen haben können, wenn sie in Extremismus, Intoleranz oder Aufstachelung münden.
Grenzen der Meinungsfreiheit
Laut Digi24 ist der Fall Teil einer breiteren Entwicklung, bei der moldauische Behörden zunehmend gegen Online-Inhalte vorgehen, die angeblich Gewalt, Hass oder extremistische Narrative fördern.
Von TVR Moldova befragte Experten betonten, dass soziale Medien nicht von rechtlicher Verantwortung ausgenommen seien.
Nach moldauischem Recht können Personen strafrechtlich belangt werden, wenn ihre Inhalte zu Gewalt, Krieg oder Hass aufrufen.
Quellen: Digi24, TVR Moldova