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Ehemaliges Kunstzentrum in Donezk als Gefängnis für Folter und Misshandlungen entlarvt

Donetsk Oblast Red mine-hazardous tape over the destroyed Donetska oblast border sign after shelling. War debris and landscape seen around
Yevgen Goncharenko / Shutterstock.com

Ein neuer Bericht von Truth Hounds kommt zu dem Schluss, dass das ehemalige Kunstzentrum Isoljazija im besetzten Donezk in eine Haftanstalt umgewandelt wurde, in der Gefangene Folter, sexueller Gewalt, Scheinhinrichtungen und erzwungenem Verschwindenlassen ausgesetzt waren.

Ein neuer Menschenrechtsbericht kommt zu dem Schluss, dass ein ehemaliges kulturelles Wahrzeichen im besetzten Donezk nach seiner Übernahme durch russlandfreundliche Kräfte zu einem Ort systematischer Misshandlungen wurde.

Forscher sind der Auffassung, dass die in der Einrichtung Isoljazija begangenen Verbrechen möglicherweise als Verbrechen gegen die Menschlichkeit einzustufen sind.

Ort der Misshandlungen

Laut Kyiv Post hat die ukrainische Menschenrechtsorganisation Truth Hounds Folter, sexuelle Gewalt, erzwungenes Verschwindenlassen und rechtswidrige Inhaftierungen in Isoljazija dokumentiert.

Die Anlage war einst ein Zentrum für zeitgenössische Kunst, bevor Kämpfer der selbsternannten „Donezker Volksrepublik“ sie im Juni 2014 unter ihre Kontrolle brachten.

Der Bericht stützt sich auf 30 Zeugenaussagen von Überlebenden, dokumentarische Beweise, Interviews mit Institutionen sowie Recherchen auf Grundlage öffentlich zugänglicher Quellen.

Truth Hounds erklärte, die Misshandlungen seien Teil eines umfassenderen und organisierten Angriffs auf die Zivilbevölkerung gewesen.

Berichte von Überlebenden

Ehemalige Gefangene berichteten von Misshandlungen, Elektroschocks, Scheinhinrichtungen, erzwungenen Stresspositionen und langandauernder Isolation.

Überlebende schilderten zudem Vergewaltigungen, erzwungene Nacktheit, Drohungen gegen Angehörige und die Verweigerung medizinischer Versorgung.

Laut Truth Hounds deutet die Übereinstimmung der Aussagen auf ein koordiniertes System von Misshandlungen und nicht auf einzelne Vorfälle hin.

Die Forscher identifizierten rechtswidrige Inhaftierung, erzwungenes Verschwindenlassen, Folter und sexuelle Gewalt als die am besten dokumentierten Verbrechen.

Möglicherweise weiterhin in Betrieb

Dem Bericht zufolge deuten Beweise darauf hin, dass das Gefängnis weiterhin betrieben werden könnte.

Laut Kyiv Post zeigten Satellitenbilder Fahrzeugbewegungen, Baumaterialien, Infrastrukturarbeiten sowie Hinweise darauf, dass die Gebäude weiterhin instand gehalten und beheizt werden.

Truth Hounds forderte die ukrainische Staatsanwaltschaft auf, nicht nur die unmittelbaren Täter, sondern auch Kommandeure und Funktionäre mit Verbindungen zu den russlandgestützten Besatzungsbehörden zu untersuchen.

Die Organisation erklärte, dass die ukrainischen Rechtsreformen von 2024 dazu beitragen könnten, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Verantwortung von Vorgesetzten im Zusammenhang mit Isoljazija strafrechtlich zu verfolgen.

Quellen: Kyiv Post, Truth Hounds