Aus Angst vor ukrainischen Angriffen beging Wladimir Putin den Tag der Marine in reduzierter Form von einem Hochsicherheitsbunker aus, während er neue nukleare Drohungen gegen den Westen aussprach.
Große militärische Feierlichkeiten dienen Weltführern oft als Bühne, um unbeugsame Macht zu demonstrieren.
Doch hinter den dramatischen Reden können Sicherheitsvorkehrungen schnell private Ängste offenbaren. Russland beging kürzlich seinen jährlichen Tag der Marine unter Bedingungen, die tief sitzende Ängste im Kreml enthüllten.
Der russische Präsident Wladimir Putin sprach während eines stark eingeschränkten Treffens in St. Petersburg eine deutliche Warnung bezüglich des Nukleararsenals seines Landes aus.
Anstatt die traditionelle Flottenparade entlang des Flusses Newa abzuhalten, wandte er sich von einem Hochsicherheitsbunker in der Admiralität aus an Militärkommandanten, während gleichzeitig die mobilen Internetverbindungen in der gesamten Stadt abgeschaltet wurden, wie der Daily Express berichtet.
Warnungen zur nuklearen
Triade Vom geschützten Gefechtsstand aus unterstrich Putin die strategische Notwendigkeit seiner U-Boot-Streitkräfte. „In der nuklearen Triade ist die Marine von enormer Bedeutung“, sagte Putin seinen obersten Offizieren. Er fügte hinzu, dass von U-Booten abgefeuerte Interkontinentalraketen dazu dienen, „im Falle einer direkten Aggression gegen Russland unannehmbaren Schaden zuzufügen“.
Putin pries zudem Fortschritte bei der Poseidon an – einer atomgetriebenen Unterwasserdrohne – und behauptete, sie nähere sich der Einsatzbereitschaft. Vom Kreml unterstützte Medien haben zuvor davor gewarnt, dass die Waffe verheerende, radioaktive Tsunamis auslösen könnte, die auf britische Küsten abzielen.
Trotz dieser aggressiven Drohungen erleiden die russischen Seestreitkräfte auf See weiterhin schwere Verluste.
Allein im vergangenen Monat haben ukrainische Streitkräfte die Seemacht des Kremls schwer geschwächt und laut Daily Express über 200 russische Schiffe im Schwarzen und im Asowschen Meer ausgeschaltet.
Tragödie in Tschernihiw
Laut Admiral Alexander Moisjew strebt Moskau an, bis Ende des Jahres zwei Dutzend neue Kriegsschiffe in Dienst zu stellen, allen voran die „Perm“ – ein Atom-U-Boot, das mit Hyperschall-Zirkon-Raketen ausgerüstet ist.
Putin beharrte darauf, dass Moskau seine militärischen Ziele unabhängig von der westlichen Unterstützung für Kiew erreichen werde. „Der Feind wird besiegt werden, und der Sieg wird bei Russland liegen“, bekräftigte er.
Doch der menschliche Preis des Konflikts wurde andernorts offenbart, als russische Streitkräfte einen überfüllten Supermarkt in Tschernihiw trafen. Der Angriff forderte zwei Menschenleben – darunter ein zehnjähriges Kind – und verletzte 20 weitere Personen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den Angriff als gezielte Gräueltat, die sich direkt gegen Zivilisten und nicht gegen ein legitimes militärisches Ziel richte, berichtet der Daily Express.
Quellen: Daily Express