Wenn extremes Wetter anfällige Ökosysteme trifft, kann der Schaden weit über zerstörte Häuser hinausgehen.
Die Natur trägt oft einen stillen und nachhaltigen Tribut, dessen volles Ausmaß erst nach Monaten vollständig erfasst werden kann. Eine neue Studie enthüllt, wie ein einziger heftiger Sturm eine der weltweit am stärksten gefährdeten Tierpopulationen dezimierte, wie die BBC berichtet.
Tragische Sturmbilanz
Ein mächtiger tropischer Wirbelsturm zog kürzlich durch Indonesien und hinterließ eine Spur der Zerstörung in der Tierwelt. Laut einem BBC-Bericht haben heftige Regenfälle und Schlammlawinen auf der Insel Sumatra die seltensten Menschenaffen der Welt an den Rand des Überlebens gedrängt.
Das Ausmaß der Zerstörung ist erschütternd. Eine neue Studie zeigt, dass der Zyklon Senyar im vergangenen November mindestens 58 Tapanuli-Orang-Utans tötete und damit etwa 7 % einer globalen Population auslöschte, die weniger als 800 Individuen umfasst. Tragischerweise forderte der Sturm auch über 1.000 Menschenleben und wurde damit zur tödlichsten Naturkatastrophe Südostasiens für das Jahr 2025.
Im Dorf Pulo Pakkat entdeckte der Helfer Deckey Chandra einen unter Schlamm begrabenen Orang-Utan-Kadaver. Chandra sagte der BBC: „Ich habe in den letzten Tagen mehrere menschliche Leichen gesehen, aber dies war das erste tote Wildtier.“
Höllische Waldbedingungen
Professor Erik Meijaard, ein Studienautor von Borneo Futures, untersuchte Fotos des Kadavers. Meijaard erklärte der BBC: „Wenn einige Hektar Wald durch massive Erdrutsche abrutschen, sind selbst kräftige Orang-Utans hilflos und werden einfach zerquetscht.“
Diese Spezies wurde erst 2017 entdeckt. Wissenschaftler erklären, sie würden vom Aussterben bedroht sein, wenn sie jährlich mehr als 1 % ihrer Population verlören. Als Reaktion darauf stoppte die indonesische Regierung vorübergehend die Ausweitung des Bergbaus und der Holzfällerei im geschützten Batang-Toru-Wald, um Forschern die Risikobewertung zu ermöglichen.
Die Studienautoren betonten, dass die Katastrophe die extreme Anfälligkeit dieser Kreaturen aufzeigt. In ihrem Bericht schrieben sie: „Die Krise, der sich der Tapanuli-Orang-Utan gegenübersieht, verdeutlicht das Zusammentreffen von Klimainstabilität, Biodiversitätsverlust und Anfälligkeit und erfordert eine koordinierte Reaktion, die dem Ausmaß der Bedrohung entspricht.“
Sie glauben, globale Hilfe könne die Situation noch wenden. Die Autoren schlussfolgerten: „Durch verstärkten nationalen Schutz, klimagerechte Planung sowie globale finanzielle und technische Unterstützung können wir das erste moderne Aussterben einer Menschenaffenart noch verhindern.“
Quellen: BBC