Startseite Gesundheit Ebolas Rückkehr versetzt Familien im Ostkongo in Angst

Ebolas Rückkehr versetzt Familien im Ostkongo in Angst

Ebola
Media Lens King / Shutterstock

Die Angst verändert den Alltag in einem dicht besiedelten urbanen Zentrum. Für Menschen, deren Einkommen von täglichen Kontakten abhängt, hat Schutz nun seinen Preis.

In Bunia, der Hauptstadt der Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo, hat der Ebola-Ausbruch gewöhnliche Tätigkeiten zu einer Quelle der Sorge gemacht.

Die Stadt ist ein bedeutendes Handels- und Verkehrszentrum nahe Uganda und Südsudan. Mobilität, Handel und Dienstleistungen im direkten Kontakt sind daher für die tägliche Existenzsicherung vieler Menschen unverzichtbar.

Laut The Guardian gaben die Gesundheitsministerien der Demokratischen Republik Kongo und Ugandas den Ausbruch am 15. Mai bekannt. Die Krise betrifft das Bundibugyo-Virus, eine Ebola-Variante, für die es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine zugelassene Behandlung gibt.

Kontakt mit der Öffentlichkeit hat nun seinen Preis

Anfang Juni meldeten die Behörden der Demokratischen Republik Kongo nach Angaben der Vereinten Nationen 676 bestätigte Fälle und 136 Todesfälle. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) registrierte in Uganda 19 bestätigte Fälle und zwei Todesfälle.

Berufsgruppen mit engem Kontakt zur Öffentlichkeit, darunter Lehrkräfte, Händler und Motorradtaxifahrer, gehören zu den am stärksten gefährdeten Personen, da ihre Arbeit auf engem Kontakt mit Schülern, Kunden, Fahrgästen und Reisenden beruht.

Dieses Risiko verändert nun die Art und Weise, wie Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen, ihre Haushalte führen und darüber entscheiden, ob sie weiterarbeiten.

Sylvie Guilaine, die gebrauchte Kleidung verkaufte, stellte ihre Tätigkeit ein, nachdem sie befürchtet hatte, dass Kunden durch das Anprobieren und Berühren der Kleidung das Virus verbreiten könnten.

Später arbeitete sie beim Bau eines Ebola-Behandlungszentrums mit und traf dabei strenge Vorsichtsmaßnahmen, bevor sie zu ihren Kindern zurückkehrte.

Der Ausbruch erreicht Klassenzimmer und Krankenhäuser

Auch Beschäftigte im Transportsektor spüren die Belastung. Der Motorradtaxifahrer Yves Buakya sagte gegenüber The Guardian, dass Kunden zunehmend zögern, Fahrten zu teilen oder überhaupt Taxis zu nutzen:

„Früher konnten sich zwei Fahrgäste ein Motorrad teilen. Jetzt lehnen sie das ab. Manche gehen lieber zu Fuß, als ein Moto [Motorradtaxi] zu nehmen. Ich verbringe Stunden damit, auf Fahrgäste zu warten.“

Schulen stehen vor einer anderen Art von Belastung. An der Nelson-Mandela-Schule hat Schulleiter Justin Keno Handwaschstationen, Desinfektionsmittel und strengere Regeln für Lebensmittel eingeführt. Seine Sorge besteht darin, dass die Schüler aus vielen verschiedenen Stadtvierteln kommen, darunter auch aus Gebieten, die als Hochrisikozonen gelten. Dadurch ist es schwierig nachzuvollziehen, wo eine mögliche Ansteckung erfolgt sein könnte.

Krankenhäuser stehen unter wachsendem Druck durch überfüllte Isolierstationen, begrenzte Bestände an Schutzausrüstung und Infektionen unter medizinischem Personal.

Zudem berichtet The Guardian, dass einige Patienten medizinische Hilfe hinauszögern, weil Gerüchte kursieren, Ebola sei nicht real oder stehe mit Vergiftungen in Zusammenhang.

Im Elikya-Krankenhaus erklärte Dr. Yazid Yassine, dass Falschinformationen die Eindämmung des Ausbruchs erschwert und die Gefahr sowohl für Patienten als auch für medizinisches Personal erhöht haben.

In Bunia ist der Ausbruch längst nicht mehr nur ein Gesundheitsnotstand. Er stellt auch das Vertrauen der Menschen, ihre Einkommen und die Fähigkeit der Stadt auf die Probe, das tägliche Leben aufrechtzuerhalten.

Quelle: The Guardian, WHO, Vereinte Nationen