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Kreml wird voraussichtlich die Kreditaufnahme erhöhen, da die Militärausgaben die Planungen übersteigen

Missiles Rubles Kremlin
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Die Kosten eines langwierigen Konflikts verändern die öffentlichen Finanzen. Die Verantwortlichen stehen nun vor schwierigeren Entscheidungen, da die geplanten Ausgaben offenbar nicht mehr den tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen.

Russland bereitet sich darauf vor, 2026 deutlich mehr für den Krieg auszugeben, als ursprünglich im Haushalt vorgesehen war, berichtet Bloomberg.

Die zusätzlichen Ausgaben könnten sich auf 4 bis 5 Billionen Rubel belaufen, was etwa 39 bis 49 Milliarden Euro entspricht. Das wären rund 40 Prozent mehr als ursprünglich veranschlagt. Die Berichte nannten keine einzelne Haushaltskategorie, beschrieben den Anstieg jedoch als kriegsbedingte Ausgaben im Zusammenhang mit Moskaus fortgesetztem Feldzug in der Ukraine.

Diese Lücke ist bedeutsam, weil Russland seine niedrige Staatsverschuldung seit Langem als Schutzschild gegen äußeren Druck darstellt. Präsident Wladimir Putin hat wiederholt auf die vergleichsweise geringe Verschuldung des Landes als Zeichen wirtschaftlicher Widerstandsfähigkeit verwiesen.

Kreditaufnahme schließt die Lücke

„Um das Defizit auszugleichen, werden die russischen Behörden voraussichtlich stärker auf den heimischen Anleihemarkt zurückgreifen. Bloomberg berichtete, dass die neue Kreditaufnahme um weitere 2 bis 3 Billionen Rubel steigen könnte, was etwa 20 bis 29 Milliarden Euro entspricht.“

Die Kreditaufnahme im Inland kann der Regierung helfen, unmittelbare Kürzungen zu vermeiden. Gleichzeitig verlagert sie jedoch Kosten in künftige Haushalte. Geld, das für Zinszahlungen aufgewendet wird, steht nicht für Renten, regionale Unterstützung, Infrastruktur oder andere zivile Prioritäten zur Verfügung.

Russland hatte bereits geplant, 2026 etwas mehr als 4 Billionen Rubel beziehungsweise rund 39 Milliarden Euro durch die Aufnahme neuer Schulden im Inland zu beschaffen, berichtet RBC Ukraine.

Doch auch die steigenden Kosten früherer Kreditaufnahmen belasten den Haushalt. Meduza berichtet, dass die Zinszahlungen auf die Schulden voraussichtlich etwa denselben Betrag verschlingen werden und damit rund 9 Prozent der Bundesausgaben ausmachen.

Damit liegen die Zinszahlungen nur hinter wenigen größeren Ausgabenposten, darunter Verteidigung, nationale Sicherheit, Sozialpolitik und Wirtschaft.

Der Haushalt stand bereits zu Beginn des Jahres unter Druck. Nach Angaben von Bloomberg erreichte Russlands Haushaltsdefizit in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 rund 6 Billionen Rubel beziehungsweise etwa 58 Milliarden Euro. Das entsprach 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die Belastung nimmt zu

Dieses Defizit lag etwa 60 Prozent über dem Zielwert für das gesamte Jahr und ließ den Verantwortlichen nur begrenzte Möglichkeiten: mehr Schulden aufnehmen, an anderer Stelle kürzen, zusätzliche Einnahmen erzielen oder ein höheres Defizit akzeptieren.

RBC Ukraine schreibt, dass Russland im kommenden Jahrzehnt mindestens 15 Prozent seines BIP für Zinszahlungen auf die Staatsschulden aufwenden könnte.

Das Medium brachte die fiskalischen Belastungen zudem mit einer breiteren Abschwächung der Kriegswirtschaft in Verbindung und berichtete über Störungen der Kraftstoffversorgung in zahlreichen russischen Regionen.

Diese Entwicklungen weisen auf ein größeres Problem für Moskau hin: Der Krieg erhöht nicht nur die direkten Militärausgaben, sondern macht auch die reguläre Haushaltsplanung teurer und weniger vorhersehbar.

Quellen: Meduza, RBC Ukraine, Bloomberg