Dmitri Medwedew hat erneut für Kontroversen gesorgt, indem er Selenskyj und mehrere frühere ukrainische Präsidenten als „zu 100 Prozent echte Nazis“ bezeichnete.
Ehemalige ukrainische Präsidenten haben durch ihr eigenes Handeln gezeigt, dass sie Nazis sind. So lautet die aufsehenerregende Behauptung von Dmitri Medwedew, dem stellvertretenden Vorsitzenden des russischen Sicherheitsrates, nachdem mehrere ehemalige ukrainische Staatsoberhäupter eine polnische Staatsauszeichnung abgelehnt hatten.
Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur TASS richtete Medwedew seine Kritik gegen Leonid Kutschma, Wiktor Juschtschenko und Petro Poroschenko. Die Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund einer Kontroverse um den Orden des Weißen Adlers.
Der Orden des Weißen Adlers ist die höchste staatliche Auszeichnung Polens. Laut President.pl wird er in der Regel an Staatsoberhäupter und andere bedeutende Persönlichkeiten verliehen, die sich um Polen verdient gemacht oder die internationalen Beziehungen des Landes gestärkt haben.
Schwere Anschuldigung
Laut TASS erklärte Medwedew, die Entscheidung der ehemaligen Präsidenten, die Auszeichnung abzulehnen, sei nicht nur ein politisches Signal gewesen, sondern Ausdruck ihrer ideologischen Haltung.
In seine Kritik bezog er auch den amtierenden ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein.
„Die Schlussfolgerung ist einfach: Vier lebende ehemalige Führer der sogenannten Ukraine – Kutschma, Juschtschenko, Poroschenko und natürlich Selenskyj selbst – haben mit der Rückgabe ihrer Auszeichnungen eingeräumt, dass sie zu 100 Prozent echte Nazis sind“, sagte Medwedew.
Bislang liegen keine Reaktionen der ehemaligen ukrainischen Präsidenten auf Medwedews jüngste Äußerungen vor.
Neue Kontroverse
Der Fall steht in engem Zusammenhang mit langjährigen Auseinandersetzungen über die Deutung der ukrainischen Geschichte und nationalistischer Bewegungen.
Laut TASS haben diese Fragen seit Jahren zu Spannungen zwischen Russland und der Ukraine beigetragen und wiederholt diplomatische Konflikte zwischen beiden Ländern ausgelöst.
Nach Ansicht des russischen Politikers gibt es bei der Bewertung von Melnyks Vermächtnis keinen Mittelweg.
„Es ist offensichtlich: Entweder betrachtest du Melnyk als Faschisten oder als Helden. In diesem Fall bist du ebenfalls ein Faschist. Tertium non datur.“
Wer ist Dmitri Medwedew?
Dmitri Medwedew zählt zu den bekanntesten Politikern Russlands und war sowohl Präsident als auch Ministerpräsident des Landes.
Von 2008 bis 2012 amtierte er als Präsident Russlands und war anschließend bis 2020 Ministerpräsident.
Heute ist er stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates und gilt als einer der engsten Verbündeten von Präsident Wladimir Putin.
Seit Beginn des Krieges in der Ukraine hat Medwedew mit scharfen und kontroversen Äußerungen über die Ukraine und den Westen immer wieder für Schlagzeilen gesorgt, berichtet Britannica.
Quellen: TASS, President.pl, Britannica