Der Präsident belebt offenbar eine 70 Jahre alte Strategie wieder.
Mit den nahenden Zwischenwahlen sucht Donald Trump nach einem politischen Neuanfang.
Er hat eine neue, scharf geführte rhetorische Kampagne gestartet und nutzt die jüngsten Wahlerfolge progressiver Kandidaten in New York, um die gesamte Demokratische Partei anzugreifen.
Am Freitag richtete Trump seine Botschaft auf der Konferenz der Faith & Freedom Coalition in Washington an religiöse Konservative. Er warnte vor einer wachsenden politischen Gefahr. Demokratische Sozialisten, die lokale Vorwahlen gewinnen, stellten seiner Ansicht nach eine Bedrohung für die Nation dar.
„Das sind knallharte, gottlose Kommunisten“, schrieb Trump zuvor auf Truth Social. Später wiederholte er diese Formulierung vor dem Publikum. Er behauptete, die Bewegung sei „die größte Bedrohung für unser Land seit seiner Gründung vor 250 Jahren!“
Am Sonntag, dem 28. Juni, meldete sich Trump erneut auf Truth Social zu Wort und bezeichnete den demokratischen Bürgermeisterkandidaten für Washington, D.C., als „Kommunisten“.
„Viele Menschen, mich eingeschlossen, haben lange und hart gearbeitet, um die Stadt dorthin zu bringen, wo sie heute steht, und wir werden nicht zulassen, dass sie von einem Anhänger des Kommunismus zerstört wird, der keinerlei Absicht hat, WASHINGTON WIEDER GROSS ZU MACHEN!“, beendete Trump seinen Beitrag.
Schuldzuweisungen
Seit Monaten sorgen sich republikanische Strategen um Wähler, die über steigende Preise und ausländische Kriege verärgert sind. Dann kam ein politischer Rettungsanker. Der Aufstieg progressiver Politiker wie des New Yorker Bürgermeisterkandidaten Zohran Mamdani ermöglicht es ihnen, die gesamte Opposition als extrem darzustellen.
Trump bezeichnete die progressiven Wahlsieger als „sehr beunruhigende Menschen“, die ihr Land hassten. „Die Demokratische Partei steckt in großen Schwierigkeiten“, sagte er vor dem Publikum und fügte hinzu: „Das hört nicht in New York auf.“
Der Präsident stellte den politischen Konflikt außerdem in dramatischen, religiösen Begriffen dar und warnte, ein Sieg der Linken würde die Religionsfreiheit vollständig zerstören.
„Sie werden eure Kirchen in diesem Land schließen“, sagte Trump.
Wiederbelebung einer 70 Jahre alten Strategie
Diese Rhetorik erinnert an die Methoden der zweiten Roten Angst der 1950er Jahre. Damals wurde Senator Joseph McCarthy berüchtigt, weil er seine politischen Gegner mit derselben Art emotional aufgeladener Schlagworte ins Visier nahm.
Die Strategie des McCarthyismus beruhte auf öffentlichen Anschuldigungen und Schuld durch bloße Verbindung statt auf tatsächlichen Beweisen.
Indem Trump lokale Progressive als einheitliche Bedrohung für die Republik darstellt, scheint er McCarthys alte Methode nachzuahmen und einen imaginären inneren Feind zu erschaffen.

