Die Arbeit in der stark regulierten Produktion wird an Standorten weltweit immer komplexer. Das Unternehmen testet, wie weit sich die Automatisierung vorantreiben lässt, ohne dabei auf die Prüfung durch Fachleute zu verzichten.
KI entwickelt sich bei FUJIFILM Biotechnologies vom Pilotprojekt zu einer festen Unterstützung in der täglichen Produktion. Gleichzeitig baut das Unternehmen seine globalen Kapazitäten aus, während Technologietransfers zwischen den Standorten streng kontrolliert ablaufen müssen.
Laut Drug Discovery Trends treibt COO Maja Herold Pedersen den Einsatz interner KI-Tools für das Abweichungsmanagement, den Technologietransfer und die regulatorische Dokumentation voran.
Für Pharma- und Biotechnologieunternehmen, die auf Auftragshersteller angewiesen sind, ist das Ziel klar: sauberere Dokumentation, schnellere Technologietransfers und weniger Zeitaufwand für die Organisation von Daten, wenn Biologika in die kommerzielle Produktion überführt werden.
Pedersen erklärte, das Unternehmen habe GenkiBot entwickelt – ein geschütztes internes KI-System, das den Mitarbeitenden eine sichere Alternative zu öffentlich zugänglichen KI-Anwendungen bietet. Das System arbeitet innerhalb der unternehmenseigenen Sicherheitsinfrastruktur von FUJIFILM.
Wie sie Drug Discovery Trends sagte, unterstützt eine der ersten Anwendungen das Abweichungsmanagement, indem sie Dokumentation erstellt, Fachleute unterstützt und Muster bei Ursachenanalysen erkennt.
Pedersen betont jedoch, dass KI die fachliche Prüfung nicht ersetzen soll. Die Technologie könne die Vorarbeit leisten, bis ein qualifizierter Experte die abschließende Bewertung übernimmt.
Schnellere Technologietransfers werden zur Priorität
In der Auftragsfertigung müssen für den Transfer zwischen Produktionsstandorten technische Daten, Chargenwissen und Qualitätsdokumentation vollständig abgestimmt sein, bevor die Produktion beginnen kann. Eine unzureichende Übergabe kann ein Programm verzögern – selbst dann, wenn ausreichend Produktionskapazität vorhanden ist.
Hier kommt das kojoX-Modell von FUJIFILM ins Spiel. Drug Discovery Trends beschreibt es als einen standardisierten Netzwerkansatz für Anlagen, Prozesse und Qualitätssysteme, der den Transfer von Herstellungsprozessen für Biologika zwischen verschiedenen Standorten erleichtern soll.
Das Unternehmen erweitert seine Kapazitäten im Rahmen eines milliardenschweren Investitionsprogramms in den USA und Europa, unter anderem in Holly Springs in North Carolina, Hillerød in Dänemark und Teesside im Vereinigten Königreich.
Maja Herold Pedersen wurde im September 2025 zum Chief Operating Officer ernannt. Zuvor war sie als Chief Technology Officer und Chief Quality Officer tätig.
„Lars Petersen, unser CEO, kennt mich schon lange und weiß, wie ich führe. Er weiß, dass ich Grenzen auslote“, sagte sie. „Ich war nie eine Führungskraft, die sich ausschließlich auf den Qualitätsbereich konzentriert hat. Ich habe immer das große Ganze im Blick gehabt – nämlich wie wir Medikamente zu den Patienten bringen. Es spielt keine Rolle, ob ich gerade den Hut der Qualitätsverantwortlichen oder einen anderen trage – am Ende müssen wir dafür sorgen, dass es für die Patienten funktioniert.“
Auch das unternehmenseigene Rahmenwerk „9 People Fundamentals“ unterstützt laut Drug Discovery Trends die KI-Strategie, indem es den Mitarbeitenden mehr Entscheidungsspielraum gibt und gleichzeitig Verantwortung fest im Prozess verankert.
Quelle: Drug Discovery Trends