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Ehemaliger ukrainischer Außenminister: Russland könnte verhandeln wollen – warnt jedoch: „Putins Ziel ist unsere Vernichtung“

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Der ehemalige ukrainische Außenminister Wadym Prystajko erklärt, Russland könnte im Herbst unter zunehmenden Druck geraten, ernsthaft zu verhandeln, da die militärischen Fortschritte nachließen. In einem Interview mit Ukrajinska Prawda betonte er, dass eine Rückkehr zu den Vorschlägen aus den Istanbuler Gesprächen von 2022 für die Ukraine nicht akzeptabel wäre.

Der ehemalige ukrainische Außenminister Wadym Prystajko ist der Ansicht, dass Russland bis zum Ende des Sommers an einen Punkt gelangen könnte, an dem es entscheiden müsse, ob es den Krieg fortsetzt oder ernsthafte Verhandlungen aufnimmt. Seiner Einschätzung nach bringt die aktuelle Lage auf dem Schlachtfeld zunehmend geringere Erträge.

In einem Interview mit Ukrajinska Prawda sprach Prystajko über die Verhandlungsstrategie des Kremls, das Erbe der Istanbuler Gespräche von 2022 und die Bedingungen, unter denen Moskau und Kyjiw möglicherweise wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren könnten.

Sorge um Istanbul

Laut Ukrajinska Prawda warnte Prystajko, dass Russlands erneute Bezugnahme auf die Istanbuler Verhandlungen von 2022 den Versuch widerspiegele, Vorschläge wiederzubeleben, die unterbreitet wurden, als russische Truppen auf Kyjiw vorrückten.

Er argumentierte, dass eine Annahme dieser Bedingungen heute für die Ukraine gefährlich wäre, da sie in einer Phase entstanden seien, in der Russland militärisch deutlich stärker gewesen sei.

„Hätten wir den ‚Istanbuler Vereinbarungen‘ zugestimmt, wären uns die ‚Charkiwer Abkommen‘ wie ein Kinderspiel erschienen“, sagte Prystajko.

Putins Kalkül

Prystajko erklärte, Präsident Wladimir Putin sende unterschiedliche Botschaften an das inländische und das internationale Publikum und versuche zugleich zu zeigen, dass er alle diplomatischen Möglichkeiten ausgeschöpft habe, bevor er weitere militärische Entscheidungen treffe.

Zugleich wies er die Vorstellung zurück, der russische Oligarch Roman Abramowitsch könne nennenswerten Einfluss auf den Kremlchef ausüben, und argumentierte, Putin verfüge bereits über alle Informationen, die er benötige.

„Er versteht alles ganz genau. Sein Ziel ist unsere Vernichtung“, sagte Prystajko.

Mögliches Zeitfenster für Verhandlungen

Laut Ukrajinska Prawda glaubt Prystajko, dass sich im Herbst eine ernsthafte Gelegenheit für Verhandlungen ergeben könnte. Sollte der Krieg andauern, könnte sich im kommenden Frühjahr ein weiteres Zeitfenster öffnen.

Er ist der Ansicht, dass Russland letztlich zu dem Schluss kommen könnte, dass der Krieg keine wesentlich anderen Ergebnisse mehr bringen werde.

„Jemand muss in den Kreml laufen, an die Tür klopfen und sagen: ‚Es wird keine Ergebnisse geben.‘“

Prystajko erklärte außerdem, dass sich künftige Gespräche voraussichtlich auf die besetzten Gebiete, Reparationen und die Grenzen der Nachkriegszeit konzentrieren würden.

Quellen: Ukrajinska Prawda