Der Verdächtige bestreitet jegliche Beteiligung.
Im Jahr 2022 zerstörten Explosionen drei von vier wichtigen Pipelines in der Ostsee.
Die Nord-Stream-Pipelines setzten beispiellose Mengen Methan ins Meer und anschließend in die Atmosphäre frei. Gleichzeitig unterbrachen sie die russisch-europäische Energieversorgung.
Seitdem haben Behörden in mehreren Ländern die Sabotage untersucht. Nun wurde die erste Anklage erhoben, da die deutsche Bundesanwaltschaft offiziell einen ukrainischen Staatsbürger wegen der Zerstörung angeklagt hat.
Bestreitet jegliche Beteiligung
Deutsche Medien berichten, dass der Verdächtige, der aufgrund der deutschen Datenschutzbestimmungen nur als Serhii K. identifiziert wird, die gesamte Operation koordiniert haben soll. Er wurde zuvor in Italien festgenommen und Ende vergangenen Jahres nach Deutschland überstellt.
Er bestreitet jegliche Beteiligung.
Nach Angaben von DW werfen die Behörden dem Mann vor, ein siebenköpfiges Team angeführt zu haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gruppe eine Segelyacht namens Andromeda nutzte, um Sprengstoff an der milliardenschweren Infrastruktur anzubringen.
Eine heikle Allianz
Der juristische Schritt birgt erhebliche diplomatische Risiken. Deutschland ist der größte europäische Geber von Militärhilfe für die Ukraine, was die Strafverfolgung für beide Länder besonders sensibel macht.
Viele Ukrainer sehen die Zerstörung der Pipelines als heroischen Akt, der Russland eine wichtige Einnahmequelle abgeschnitten hat. Reuters berichtete, dass der Verdächtige zum Zeitpunkt des Anschlags Offizier einer ukrainischen Spezialeinheit gewesen sei.
Die Anwaltskanzlei des Angeklagten bestätigte, dass die Anklage am Mittwoch erhoben wurde. Die Bundesanwaltschaft äußert sich jedoch nicht zu den genauen Anklagepunkten.
Keine Hinweise auf staatliche Beteiligung
Während westliche Staaten zunächst Russland verdächtigten und Moskau den Westen beschuldigte, gibt es bislang keine offiziellen Beweise, die eine Regierung mit dem Anschlag in Verbindung bringen.
Die Ermittler konzentrieren sich weiterhin auf unabhängige Netzwerke.
Ein zweiter ukrainischer Verdächtiger wurde später in der Nähe von Warschau aufgrund eines separaten deutschen Haftbefehls festgenommen. Während das Gerichtsverfahren in Deutschland voranschreitet, wird der Fall die Grenzen der internationalen Zusammenarbeit in Kriegszeiten auf die Probe stellen.