Ein seltenes Bakterium, das im Abwasser entdeckt wurde, hat Metas KI-Rechenzentrumsprojekt in Wyoming unter verstärkte Beobachtung gestellt.
Ein Bauprojekt für Metas kommendes KI-Rechenzentrum in Cheyenne im US-Bundesstaat Wyoming steht unter verstärkter Beobachtung, nachdem in Abwasser, das mit den Bauarbeiten in Verbindung steht, ein seltenes Bakterium entdeckt wurde.
Nach Angaben des Cheyenne Board of Public Utilities, die von der Daily Mail zitiert werden, hat der Fund dazu geführt, dass das Unternehmen kein Abwasser aus Teilen der Baustelle mehr in die städtische Kläranlage einleiten darf.
Die Behörden betonen, dass die öffentliche Trinkwasserversorgung nicht betroffen ist. Die Arbeiten zur Ermittlung der Ursache der Verunreinigung sowie zur Reinigung des Wasserrecyclingsystems dauern jedoch bereits seit einiger Zeit an.
Meta erklärt, dass der Auftragnehmer Fortis die Einleitung von Abwasser sofort eingestellt habe, nachdem er von den örtlichen Behörden über den Fund informiert worden war. Das Unternehmen teilt außerdem mit, dass eigene Untersuchungen, die von einem unabhängigen Umweltspezialisten durchgeführt wurden, keine Spuren des Bakteriums ergeben hätten.
Behörden griffen ein
Bei einer routinemäßigen Untersuchung des Abwassers Ende Februar entdeckten die Behörden erstmals das Bakterium Cupriavidus gilardii.
Nach mehreren Monaten der Ermittlungen identifizierten die Behörden die Baustelle als Quelle der Einleitung.
Nach Angaben des Versorgungsunternehmens erfolgte die Einleitung während der Tests und der Inbetriebnahme des Kühlsystems des Rechenzentrums, bei denen das Rohrleitungssystem vor der Inbetriebnahme gespült wird.
Ein Sprecher von Meta sagte der Daily Mail: „When the board shared that it found a substance in the city’s wastewater—not public drinking water—Fortis immediately stopped discharging industrial wastewater and began hauling it offsite.“
Der Sprecher fügte hinzu: „Fortis also began its own water testing with an independent environmental specialist, which found no trace of the substance.“
Seltenes Bakterium
Nach Angaben des Cheyenne Board of Public Utilities (BOPU) ist weiterhin unklar, woher das Bakterium stammt. Das während der Bauarbeiten verwendete Wasser wurde vom städtischen Versorgungsunternehmen bezogen, und die Untersuchungen konnten die genaue Quelle bislang nicht bestimmen.
Laut der Daily Mail, die sich auf Cowboy State Daily beruft, bezeichnete Stadtratsmitglied Pete Laybourn den Vorfall als „a very, very unpleasant surprise“. Er fügte hinzu: „It’s about the last thing we need right now. But it’s a reality we’re going to have to work through.“
Eine im März 2026 im International Journal of Infectious Diseases veröffentlichte Studie beschreibt Cupriavidus-Infektionen laut der Daily Mail als äußerst selten.
Die Auswertung umfasste 32 bekannte Fälle aus verschiedenen Ländern und ergab, dass schwere Krankheitsverläufe nahezu ausschließlich bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem auftraten. Gleichzeitig lenkt der Vorfall erneut die Aufmerksamkeit auf die ökologischen Herausforderungen, die mit dem Bau großer KI-Rechenzentren verbunden sind.
Quellen: Daily Mail, Cheyenne Board of Public Utilities (BOPU), Cowboy State Daily, International Journal of Infectious Diseases.