Der ehemalige US-Generalleutnant Mark Hertling hat Donald Trumps Darstellung des Konflikts mit dem Iran scharf kritisiert. Seiner Ansicht nach spielt Trumps Wortwahl den Ernst des Krieges herunter.
Donald Trumps Äußerungen zum Konflikt mit dem Iran haben den ehemaligen US-Generalleutnant Mark Hertling zu scharfer Kritik am Präsidenten veranlasst.
Die Kritik richtet sich nicht gegen die militärischen Maßnahmen selbst, sondern gegen den Begriff, den der Präsident zur Beschreibung des Konflikts mit dem Iran verwendete.
Während einer Pressekonferenz am Dienstag wies Trump die Einschätzung zurück, dass es sich um einen vollwertigen Krieg handle. Stattdessen spielte er den Konflikt herunter und bezeichnete ihn als militärische Operation statt als Krieg.
Laut RawStory wurde Trumps Wortwahl in einem Interview bei MS NOW thematisiert. Hertling reagierte darauf, indem er Trumps Formulierung mit der Rhetorik Russlands während seiner Invasion der Ukraine verglich.
Wortwahl sorgt für Debatte
„Ich glaube, er hat es als ‚besondere militärische Operation‘ bezeichnet, was auf unheimliche Weise an die Bezeichnung erinnert, die Präsident Putin für die Invasion der Ukraine verwendet hat“, sagte Hertling während der Sendung.
Der ehemalige US-General wies laut RawStory auch Trumps Beschreibung des Konflikts zurück.
Hertling argumentierte, dass der Konflikt nach gängigen militärischen Kriterien nur als Krieg bezeichnet werden könne. Er warnte davor, dass eine solche Rhetorik die Schwere des Konflikts herunterspiele.
Verweist auf jüngste Entwicklungen
Im Rahmen seiner Kritik verwies Hertling auf die jüngsten Ereignisse in der Region, die seiner Ansicht nach zeigen, dass sich der Konflikt weiterentwickelt.
„Aber vergangene Nacht haben wir weitere Schiffe gesehen, die von ukrainischen Drohnen getroffen wurden – oder, entschuldigen Sie, von iranischen Drohnen. Das ist einfach ein Wirrwarr an Informationen, das er der Presse vermittelt“, sagte er.
Die Äußerungen fielen nach Trumps Treffen in der Türkei im Vorfeld der NATO-Verhandlungen, bei denen die Kommentare des Präsidenten zum Iran laut RawStory einen bedeutenden Teil der anschließenden Medienberichterstattung ausmachten.
Trumps Äußerungen sorgen immer wieder für Schlagzeilen
Donald Trump ist im Laufe der Jahre für seine ungewöhnlich direkte und oft kontroverse Ausdrucksweise bekannt geworden, die wiederholt öffentliche Debatten ausgelöst und Faktenchecks nach sich gezogen hat.
Im Jahr 2024 veröffentlichte die unabhängige US-Organisation PolitiFact eine Analyse ihrer ersten 1.000 Faktenchecks zu Trump. Darin kam sie zu dem Schluss, dass rund 76 Prozent der überprüften Aussagen als „Mostly False“, „False“ oder in der schwerwiegendsten Kategorie „Pants on Fire“ eingestuft wurden. Diese Kategorie wird für Aussagen verwendet, die sowohl falsch als auch stark irreführend sind.
Die Analyse zeigte außerdem, dass sich Trump deutlich von anderen prominenten US-Politikern unterscheidet, die von PolitiFact untersucht wurden – sowohl hinsichtlich der Anzahl der Faktenchecks als auch des Anteils der Aussagen, die als falsch bewertet wurden.
Laut der Organisation betrafen viele der meistdiskutierten Fälle wiederholte Behauptungen über Wahlbetrug, die Wirtschaft, Einwanderung und internationale Angelegenheiten. Diese Behauptungen wurden häufig über längere Zeiträume hinweg wiederholt, selbst nachdem sie widerlegt worden waren.
Quellen: RawStory, MS NOW, PolitiFact