Es würde Zölle in Höhe von 100 Prozent für die fünf größten Käufer russischen Öls vorsehen.
In einem gespaltenen Washington ist es oft eine monumentale Aufgabe, in wichtigen außenpolitischen Fragen einen Konsens zu finden.
Doch Tragödien haben die Eigenart, Rivalen zu vereinen, und nun gewinnt ein umfassender neuer Gesetzgebungsvorstoß an Dynamik, da Senatoren zusammenkommen, um das letzte Werk eines verstorbenen Kollegen zu vollenden.
Ein letzter Tribut
Am Dienstag stellte eine parteiübergreifende Koalition von US-Senatoren offiziell ein umfassendes Paket von Wirtschaftssanktionen vor, das Russlands finanzielle Lebensadern ins Visier nimmt. Es dient als letzter Tribut an den verstorbenen republikanischen Senator Lindsey Graham.
Laut CNN habe der Senator aus South Carolina die Details am Freitag, nur einen Tag vor seinem plötzlichen Tod, gemeinsam mit dem Weißen Haus finalisiert.
Befürworter wollen den 60-seitigen Vorschlag im Eilverfahren verabschieden, bevor der Kongress im August in die Sommerpause geht. Sollte er verabschiedet werden, würden Vermögenswerte eingefroren. Zu den Hauptzielen gehören Präsident Wladimir Putin, prominente Oligarchen und die Schattenflotte von Tankern, die derzeit den Export russischen Öls aufrechterhält.
Doch der eigentliche Kern des Gesetzentwurfs besteht darin, Moskau die finanziellen Mittel für den Krieg zu entziehen. In einer kühnen strategischen Wende sieht der Gesetzentwurf Zölle von bis zu 100 Prozent für die großen Staaten vor, die weiterhin russisches Rohöl und Gas kaufen. Diese Maßnahmen sollen erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursachen.
Ein schmerzhafter Weg
Der Gesetzgebungsprozess war langwierig.
„Dieser Gesetzentwurf sei fast zwei Jahre lang mühsam, manchmal schmerzhaft und sehr ausführlich verhandelt worden“, sagte der demokratische Senator Richard Blumenthal, einer der Hauptinitiatoren des Gesetzentwurfs.
Um globales Chaos zu vermeiden, beschränkten die Verhandlungsführer die Zölle auf nur fünf wichtige Energieabnehmer, darunter China und Indien.
Befürworter sind zuversichtlich, dass der Gesetzentwurf den Kongress passieren wird, da Präsident Donald Trump bereits seine Unterstützung signalisiert habe. Trump habe jedoch kürzlich vorgeschlagen, das Paket auch auf den Iran auszuweiten.
Blumenthal forderte seine Kollegen auf, den Text unverändert zu lassen, und erklärte: „Bei allem Respekt vor dem Präsidenten: Er hat diesem Gesetzentwurf zugestimmt, und wir sollten ihn voranbringen, anstatt ihn meiner Meinung nach für weitere potenzielle Ziele zu öffnen.“
Für viele im Kongress ist die Verabschiedung des Gesetzentwurfs eine persönliche Angelegenheit. Senatorin Katie Britt erinnerte sich, kurz vor Grahams Tod mit ihm über die Vereinbarung gesprochen zu haben.
Laut Britt habe Graham geglaubt, dieses Paket „werde das Bedeutsamste sein, was er in seiner langen und erfolgreichen Karriere erreicht habe.“