Laut dem ehemaligen Beamten sind Verkehrskontrollen keine traditionelle Strategie der ICE, was die Sicherheitsbedenken verstärkt.
Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (Immigration and Customs Enforcement, ICE) hat kürzlich die meisten Verkehrskontrollen ausgesetzt, nachdem Agenten in Maine und Texas zwei Männer erschossen hatten.
Doch die neue Regelung hatte kaum Zeit, sich zu etablieren, bevor Donald Trump eingriff. Er forderte umgehend eine vollständige Rücknahme. Trump bestand darauf, dass diese Taktik weiterhin unverzichtbar sei, um Kriminelle im ganzen Land aufzuspüren.
„Wir KÖNNEN eines der wichtigsten und effektivsten Instrumente der I.C.E. zur Verbrechensbekämpfung, DIE VERKEHRSKONTROLLE, NICHT aufgeben!“, schrieb Trump auf Truth Social. Er fügte hinzu, dass die Aufgabe dieser Praxis den Kriminellen direkt in die Hände spielen würde.

Nach dem Beitrag auf Truth Social kehrte die Behörde zum normalen Betrieb zurück. Diese blitzschnelle Kursänderung löste bei ehemaligen Beamten, die die Bundesstrafverfolgung beobachten, sofort Besorgnis aus.
Sie argumentieren, dass die überstürzte Rückkehr zu diesen Taktiken Menschen in Gefahr bringe.
Gefahr auf der Straße
In der Sendung MS NOW kritisierte der ehemalige ICE-Stabschef Jason P. Houser die Entscheidung scharf. Er warnte, dass der Einsatz von Agenten ohne Aufsicht bei unvorhersehbaren Verkehrskontrollen am Straßenrand ein völlig unnötiges Sicherheitsrisiko für alle Beteiligten schaffe.
Diese Entscheidung bringe sowohl die Bevölkerung als auch die Beamten in Gefahr.
Moderatorin Katy Tur wies darauf hin, dass die beiden getöteten Männer nicht einmal die Verdächtigen gewesen seien, nach denen ICE gesucht habe. Noch schlimmer sei, dass keiner der beteiligten Beamten eine Körperkamera getragen habe.
Laut Houser verfügt die Behörde über die finanziellen Mittel, um die Kameras anzuschaffen. Die Planungen seien bereits während der Biden-Regierung begonnen worden, sodass es „keinen rationalen Grund“ gebe, warum sie noch immer fehlten.
Er ist überzeugt, dass die Technologie innerhalb von 90 Tagen eingeführt werden könnte.
Houser betonte, dass es bei der Frage der Körperkameras nicht nur um Rechenschaftspflicht gehe, sondern auch um eine Sicherheitsmaßnahme sowohl für die Bevölkerung als auch für die Agenten.
Fehlende Werkzeuge
Das Problem geht über Kameras hinaus. Houser erklärte, dass zufällige Verkehrskontrollen „nicht wirklich zu ihrem taktischen … Werkzeugkasten“ gehörten.
Während spezialisierte Fahndungsteams gelegentlich verurteilte Straftäter anhalten, seien zufällige Verkehrskontrollen am Straßenrand etwas völlig anderes.
Er verglich diese Maßnahmen eher mit Verkehrskontrollen der örtlichen Polizei als mit regulären Einsätzen von Bundesbehörden. Historisch gesehen arbeite die Behörde schlicht nicht auf diese Weise.