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Neuer Rekord: Aktien des russischen Staatsenergiekonzerns Gazprom waren noch nie weniger wert

Vladimir Putin, Gazprom
photoibo / Vladimir Tereshkov / Shutterstock.com

Das Unternehmen konnte die Einnahmeverluste nicht ausgleichen, die entstanden, als Europa nach der Invasion der Ukraine russischem Gas den Rücken kehrte.

Wenn eine Nation stark von einer einzigen riesigen Industrie abhängt, kann jeder plötzliche Riss in diesem Fundament das ganze Land erschüttern.

Jahrelang schien ein Energiekonzern unantastbar und befeuerte sowohl den Nationalstolz als auch die globalen Märkte.

Doch die Zeiten ändern sich, und selbst die größten Giganten können ins Stolpern geraten, wenn sich die Welt um sie herum verändert.

Massiver Aktienkursabsturz

Am Donnerstag stürzte der Aktienkurs des russischen Staatsgaskonzerns Gazprom auf ein historisches Tief ab. Dieser plötzliche Einbruch zog den gesamten russischen Aktienmarkt mit sich und warf einen langen Schatten auf Moskaus Finanzzentrum.

Die Aktien fielen um mehr als 5 Prozent auf 83,98 Rubel, womit sie offiziell den vorherigen Tiefststand unterschritten, der während der globalen Finanzkrise 2008 erreicht worden war.

Schätzungen des unabhängigen russischen Mediums The Bell zufolge ist der gesamte Marktwert von Gazprom auf etwas mehr als 2 Billionen Rubel oder etwa 25,7 Milliarden US-Dollar geschrumpft – eine erschreckend niedrige Zahl für ein Unternehmen, das einst die globale Energiebranche dominierte.

Auch der breitere russische Aktienmarkt erlitt einen massiven Einbruch. The Moscow Times berichtete, dass der Hauptindex MOEX seinen tiefsten Stand seit Herbst 2022 erreichte und damit eine historische Verlustserie von neunzehn Wochen fortsetzte.

Verhandlungen ins Stocken geraten

Analysten, die mit Interfax sprachen, nannten eine Reihe von Gründen für das neue Allzeittief des Energieriesen. Dazu gehörten die allgemeine Verunsicherung an den Märkten sowie die jüngste Ankündigung, dass Gazprom zum vierten Mal in Folge keine Dividenden zahlen wird.

Erschwerend kommt hinzu, dass eine entscheidende Lebensader nach Osten zu reißen scheint. Das Wall Street Journal berichtete kürzlich, dass umfassende Pipelineverhandlungen zwischen Moskau und Peking zum Stillstand gekommen sind.

China möchte russisches Gas kaufen, aber nur, wenn es dafür die niedrigen russischen Inlandspreise zahlen kann. Gazprom versucht seit der Invasion der Ukraine im Jahr 2022 verzweifelt, seine verlorenen, hochprofitablen europäischen Abnehmer zu ersetzen.

Obwohl das Unternehmen erfolgreich einen Teil seiner Energieexporte nach Asien, unter anderem nach Indien, umgeleitet hat, deutet dieser jüngste Rückschlag in den Verhandlungen mit Peking darauf hin, dass der Weg nach vorn weiterhin äußerst steinig ist.