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Taser und Gummigeschosse: Bericht zufolge ist Gewalt für ICE-Beamte zum Standard geworden

Donald Trump ICE officer
noamgalai/Shutterstock

Ein neuer Bericht der ACLU ergab, dass bei nahezu einem Drittel der mehr als 1.200 untersuchten ICE-Einsätze Gewalt angewendet oder angedroht wurde. Dies hat die Debatte über die Einsatzmethoden und Ausbildung der Behörde erneut entfacht.

Ein neuer Bericht hat Bedenken hinsichtlich des Vorgehens von Beamten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) aufgeworfen. Demnach sind der Einsatz oder die Androhung von Gewalt bei Maßnahmen zur Durchsetzung des Einwanderungsrechts zunehmend zur Regel geworden.

Wie NPR berichtet, untersuchte die American Civil Liberties Union (ACLU) mehr als 1.200 Einsätze zur Durchsetzung des Einwanderungsrechts, die zwischen Januar und Ende 2025 von ICE oder kooperierenden Strafverfolgungsbehörden in acht Bundesstaaten durchgeführt wurden.

Ergebnisse des Berichts

Laut NPR war bei nahezu einem Drittel der dokumentierten Vorfälle Gewalt angewendet oder angedroht worden.

„Man sieht, dass die Androhung von Gewalt und ihr tatsächlicher Einsatz zum Standardinstrument für Beamte der Einwanderungsbehörde geworden sind“, sagte Naureen Shah, Direktorin für Politik und Regierungsangelegenheiten im Bereich Einwanderung bei der ACLU und Mitautorin des Berichts.

Die Untersuchung der ACLU stützt sich auf Medienberichte, Berichte von Gemeindeorganisationen sowie öffentliche Stellungnahmen von Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäusern. Der Bericht weist zudem darauf hin, dass er lediglich eine Momentaufnahme der Durchsetzungsmaßnahmen darstellt, da viele Einsätze undokumentiert bleiben.

Vorgehensweisen bei Einsätzen

Wie NPR berichtet, dokumentierten die Forscher mehr als 400 Fälle, in denen Beamte Menschen schubsten, zu Boden rissen oder am Boden fixierten. Zudem wurden Hunderte Fälle registriert, in denen chemische Reizstoffe, Taser und Gummigeschosse eingesetzt wurden, sowie Dutzende Vorfälle, bei denen Würgegriffe angewendet oder Personen mit einem Knie am Hals fixiert wurden.

Dem Bericht zufolge ereigneten sich viele dieser Vorfälle an alltäglichen öffentlichen Orten, darunter auf Straßen, in Lebensmittelgeschäften und an Bushaltestellen. Betroffen waren Kinder, US-Staatsbürger, Journalisten, Demonstranten und unbeteiligte Passanten.

Nach Angaben von NPR reagierten weder ICE noch das US-Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security) auf Fragen zu den Ergebnissen des Berichts.

Wachsende Bedenken

Der Bericht von NPR verweist außerdem auf die Besorgnis von Experten für Polizeiarbeit über die zunehmende Nutzung von Verkehrskontrollen durch ICE, insbesondere nach zwei tödlichen Schusswaffeneinsätzen gegen Autofahrer in Texas und Maine.

Die von NPR befragten Experten erklärten, dass die sich wandelnden Einsatzmethoden der Behörde zusätzliche Ausbildung und Aufsicht erfordern könnten. Dem Bericht zufolge hat ICE nach den tödlichen Schusswaffeneinsätzen nicht dringliche Verkehrskontrollen ausgesetzt, obwohl Präsident Donald Trump später dazu aufrief, diese Praxis fortzusetzen.

Quellen: NPR, American Civil Liberties Union