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Russische Antikriegspartei fordert Putin auf, den Krieg in der Ukraine zu beenden

Vladimir Putin
Skärmdump / YouTube

Acht Parteimitglieder säßen derzeit wegen politisch motivierter Anschuldigungen im Gefängnis.

Wahlen bringen gewöhnlich eine Flut von Versprechen über Steuern, Schulen und lokale Straßen mit sich.

Doch in einem Land, das von jahrelangen schweren Konflikten geprägt ist, verfolgt eine politische Gruppe eine ganz andere Agenda.

Eine gefährliche Botschaft

Jabloko ist Russlands älteste liberale politische Partei. Heute tritt sie bei den Parlamentswahlen im September mit einer strikten Antikriegsplattform an.

Während die ersten Parlamentswahlen seit 2022 näher rücken, bleibt sie die einzige legale Partei, die offen für die Beendigung des andauernden Konflikts in der Ukraine kämpft.

Parteichef Nikolai Rybakov sprach kürzlich mit The Times über ihre Kernaufgabe vor der Herbstwahl, wie Digi24 berichtet.

„Das einzige Ziel der Jabloko-Partei bei diesen Wahlen sei es, dass die Menschen aufhörten zu sterben und aufhörten, sich gegenseitig zu töten“, sagte Rybakov.

Hoher Preis für offene Worte

Das Eintreten für den Frieden birgt unter der aktuellen Regierung enorme Risiken, und das Vorgehen gegen oppositionelle Stimmen ist hart.

Acht Parteimitglieder säßen derzeit wegen politisch motivierter Anschuldigungen im Gefängnis. Gleichzeitig habe der Kreml zwölf weitere als ausländische Agenten eingestuft, um sie an einer Kandidatur für ein Amt zu hindern.

Jüngste Urteile seien unglaublich hart gewesen. Im Juni habe ein Gericht den stellvertretenden Vorsitzenden Maxim Kruglov wegen Social-Media-Beiträgen zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Amnesty International habe den unerbittlichen Druck verfolgt. „Es sei klar, dass [die russischen Behörden] die politische Landschaft säubern wollten“, erklärte die Menschenrechtsgruppe.

Stimmungswandel

Trotz der großen Gefahren deuteten unabhängige Meinungsumfragen auf eine leise Verschiebung der öffentlichen Meinung hin. Die Menschen würden müde.

Eine aktuelle Umfrage des Lewada-Zentrums zeige, dass, obwohl viele Russen den Krieg noch unterstützten, eine fast gleiche Anzahl Friedensgespräche bevorzugen würde. Nur 29 Prozent befürworteten aktiv die Fortsetzung militärischer Aktionen.

Rybakov glaube, dass eine massive Wahlbeteiligung für seine Partei ein unbestreitbares Signal senden könnte, das Präsident Wladimir Putin zeige, dass die Bürger dringend eine neue Richtung wolle.

„Unsere [offiziellen] Ergebnisse seien nicht wichtig. Wichtig sei, dass sich die Atmosphäre in Russland ändere und dass Putin und andere Entscheidungsträger sähen, dass zig Millionen Menschen durch die Stimmabgabe für den Frieden eine einheitliche und gemeinsame bürgerliche Aktion hätten durchführen können“, sagte er The Times.

Dem Verbot entgegen

Die Zulassung zur Wahl bleibe eine große Hürde, da die Behörden die gesamte Partei bald leicht verbieten könnten.

Rybakov selbst sei bereits von der Wahl ausgeschlossen. Ein Gericht habe ihn verurteilt, weil er ein Foto des verstorbenen Oppositionsführers Alexei Nawalny gepostet und die Ehrung als extremistisch bezeichnet habe.

Wenn Jabloko die rechtlichen Hürden irgendwie überwinden sollte, hoffe sie, Millionen müden Wählern eine echte Wahlmöglichkeit an der Urne zu bieten.

Quellen: Digi24, The Times, Amnesty International, Levada Center, FOM, Vlast