Der vereitelte Attentatsversuch war nicht sein einziges Verbrechen.
Wenn Soldaten ihre Posten verlassen, wollen sie sich meist nur vor der Frontlinie verstecken.
Doch manchmal führt eine verzweifelte Suche nach Bargeld sie direkt zum Feind.
Nun endete das gefährliche Nebengeschäft eines lokalen Deserteurs in einer hochriskanten verdeckten Operation.
Auf frischer Tat ertappt
Gegenaufklärungsoffiziere des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) griffen in Mykolaiv einen Verdächtigen auf, als dieser gerade eine versteckte Bombe unter einem Militärfahrzeug platzierte.
Laut der SBU-Website, die von Militarnyi zitiert wird, war das beabsichtigte Ziel ein Mitglied der ukrainischen Verteidigungskräfte.
Ermittler enthüllten, dass der Angreifer tatsächlich ein Deserteur war. Er hatte ursprünglich in einer Militäreinheit aus dem Bezirk Baschtanka gedient, bevor er abtrünnig wurde.
Nachdem er seinen Posten verlassen hatte, suchte der Mann auf Telegram nach Möglichkeiten, schnell Geld zu verdienen. Russische Agenten rekrutierten ihn daraufhin rasch.
Ein tödlicher Auftrag
Der neue Rekrut befolgte strikte Anweisungen seines Führungsoffiziers. Er verfolgte die täglichen Bewegungen des Ziels und bestätigte schließlich, dass er zum Schlag bereit war.
Sein russischer Kontakt lieferte die genauen Koordinaten für ein geheimes Versteck in der Stadt. Dieses verborgene Depot enthielt einen improvisierten Sprengsatz, den der Agent holte und zum Fahrzeug des Ziels brachte.
Doch ukrainische Sicherheitskräfte beobachteten das Geschehen bereits. Beamte verhafteten den Mann, bevor er eine tödliche Explosion auslösen konnte.
Schmuggel von Satellitenausrüstung
Der vereitelte Attentatsversuch war nicht sein einziges Verbrechen. Beamte entdeckten, dass er auch Starlink-Satellitenterminals für feindliche Truppen einrichtete.
Der SBU stellte fest, dass die russischen Streitkräfte diese Ausrüstung dringend benötigten. Sie planten, die Geräte zur Koordinierung von Drohnen- und Raketenangriffen an der südlichen Front einzusetzen.
Der Deserteur registrierte das erste Terminal auf seinen eigenen Namen. Dann versuchte er, die Schmuggeloperation mit extremen Methoden auszuweiten.
Ermittler geben an, er habe zehn drogenabhängigen Personen Geld gezahlt, damit diese ihre Passdaten zur Verfügung stellten. Er zog sogar seine eigene Ehefrau in das illegale Schema hinein.
Lebenslange Haft droht
Die Behörden beschlagnahmten umgehend sein Smartphone und blockierten die aktiven Satellitenkonten.
Der Verdächtige sitzt nun ohne Möglichkeit einer Kaution in einer Gefängniszelle. Ihm drohen schwere strafrechtliche Anklagen, darunter Hochverrat und versuchter Terrorismus.
Sollte ein Richter ihn verurteilen, könnte er den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen. Der Staat würde zudem sein gesamtes irdisches Eigentum konfiszieren.
Quellen: Sicherheitsdienst der Ukraine, Militarnyi