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Litauen wirkt in der NATO wie ein „schwarzes Schaf“: Parlamentspräsident fordert Ende des Nuklearwaffenverbots

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Litauen hat einen wichtigen Schritt unternommen, um NATO-Nuklearwaffen auf seinem Territorium zuzulassen, indem es vorgeschlagen hat, ein langjähriges verfassungsrechtliches Verbot aufzuheben.

Die litauischen Abgeordneten haben diese Woche einen entscheidenden Schritt zur Neugestaltung der nationalen Verteidigungspolitik unternommen.

Mitglieder des Rechtsausschusses des Parlaments stimmten am 9. September mit 7 zu 2 Stimmen für die Billigung einer Verfassungsänderung.

Der Vorschlag zielt auf Artikel 137 der litauischen Verfassung ab. Diese spezifische Klausel verbietet derzeit die Stationierung von Massenvernichtungswaffen und ausländischen Militärstützpunkten auf nationalem Boden.

Sollten der Präsident und der gesamte Seimas dem Vorschlag zustimmen, wird Artikel 137 dauerhaft aus der Verfassung gestrichen.

Der stellvertretende Minister Martynas Dobrovolskis bestätigte, dass das Justizministerium den Schritt voll und ganz unterstützt, wie tv3.lv unter Berufung auf UNITED24 Media berichtet.

Streben nach Gleichberechtigung

Die Aufhebung des verfassungsrechtlichen Verbots würde es Vilnius ermöglichen, sich vollständig in die NATO-Sicherheitsplanung zu integrieren, da die derzeitigen Hürden das Land in einem sich verändernden Sicherheitsklima verletzlich machen, wie Offizielle argumentieren.

Der litauische Parlamentspräsident Juozas Olekas hob während der Ausschusssitzung die Sonderstellung des Landes hervor.

„Bei der Vereinbarung gemeinsamer kollektiver Verteidigungspläne und insbesondere bei der Abschreckung wirkt Litauen in der Allianz wie ein schwarzes Schaf, da es das einzige Land mit einer solchen Einschränkung ist“, sagte Olekas laut tv3.lv.

In seiner Rede vor dem Ausschuss betonte Olekas die Notwendigkeit einer starken Verteidigung und erklärte:

„Nuklearwaffen sind heute das stärkste Abschreckungsmittel, das in der Lage ist, einen Aggressor vor dem Überschreiten unserer Grenzen zu stoppen.“

Anschluss an die nördlichen Verbündeten

Trotz des deutlichen Votums im Ausschuss gibt es im Parlament weiterhin Opposition.

Raimondas Šukys von der Partei Nemunas-Morgen argumentierte, dass eine so entscheidende Verfassungsänderung zuerst dem Volk zur Abstimmung vorgelegt werden sollte.

Die litauische Initiative schließt sich eng an eine ähnliche rechtliche Maßnahme an, die Finnland Anfang dieses Sommers ergriffen hat.

Finnische Abgeordnete haben kürzlich den „Import, Transit und die Lagerung von Nuklearwaffen“ zur nationalen Verteidigung legalisiert; ein Gesetzentwurf, der von Präsident Alexander Stubb unterzeichnet wurde.

Laut dem finnischen Verteidigungsminister Antti Häkkänen war die Aufhebung dieser Beschränkungen notwendig, um angesichts der eskalierenden europäischen Sicherheitsbedrohungen den vollen Schutz unter dem nuklearen Schutzschirm der NATO zu erlangen, berichtet tv3.lv.

Aufhebung der Hürde

Die vorgeschlagene Verfassungsänderung würde nicht automatisch Nuklearwaffen auf litauischen Boden bringen.

Vielmehr würde sie eine rechtliche Hürde beseitigen, die das Land derzeit daran hindert, Massenvernichtungswaffen unabhängig von den kollektiven Verteidigungsbedürfnissen der NATO zu beherbergen.

Laut dem öffentlich-rechtlichen litauischen Rundfunk LRT strebt die Parlamentsführung nun an, die Verfassungsänderung während der verlängerten Tagungsperiode abzuschließen, was die wachsende Dringlichkeit dieses Themas unterstreicht.

Für Litauen geht es bei diesem Schritt letztlich darum, der NATO bei künftigen Verteidigungsplanungen mehr Flexibilität zu verschaffen, da die Sicherheitsbedenken entlang der Ostflanke der Allianz weiter wachsen.