Startseite Krieg Forscher entlarven versteckten chinesischen und russischen Tracking-Code in US-Militär-Apps

Forscher entlarven versteckten chinesischen und russischen Tracking-Code in US-Militär-Apps

USA soldier
Michele Ursi / Shutterstock.com

Russische Unternehmen entwickelten zwei der Militär-Apps vollständig.

Smartphones bergen unsere tiefsten Geheimnisse. Zivilisten sehen sich beim Herunterladen eines neuen Programms meist nur aggressiver Werbung gegenüber, doch wenn Soldaten Geräte auf Stützpunkte mitnehmen, wird versteckte Software zu einer erheblichen Bedrohung.

Versteckt im Blickfeld

Forscher haben kürzlich mobile Apps untersucht, die speziell für amerikanisches Militärpersonal entwickelt wurden, und dabei eine massive Datenspur aufgedeckt, die an unerwartete Orte führte.

Eine gemeinsame Studie der Purdue University und West Point ergab, dass diese Programme stillschweigend sensible Informationen sammeln. Die Ergebnisse wurden in einer renommierten Fachzeitschrift für Datenschutz veröffentlicht.

Das Team untersuchte 242 Apps, die sich an Soldaten und deren Familien richteten. Dazu gehörten Fitness-Tracker, Uniformführer und Plattformen zur Bewertung von Kasernen.

Fremder Code aufgedeckt

Vier von zehn Programmen erfassten mehr persönliche Details, als ihre offiziellen Store-Beschreibungen zugaben. Die Forscher fanden zudem fremde Software, die im Code eingebettet war.

Laut The Insider enthielten über 13 Prozent der getesteten Apps fremde Elemente. Dazu gehörten versteckte Module, die mit chinesischen und russischen Entwicklern in Verbindung gebracht wurden.

Ermittler fanden Huawei-Komponenten in einem Dutzend verschiedener Apps. Die Behörden der Vereinigten Staaten stuften das chinesische Technologieunternehmen bereits im Jahr 2020 offiziell als Bedrohung der nationalen Sicherheit ein.

Russische Unternehmen entwickelten zwei der Militär-Apps vollständig. Diese spezifischen Programme führten zudem russische Werbedienste im Hintergrund aus.

Stille Tracking-Bedrohung

Das Team konnte keine direkten Datenlecks nach Peking oder Moskau feststellen. Sie warnten jedoch, dass feindliche Entwickler diese Module problemlos aus der Ferne aktualisieren könnten.

Ein stilles Update könnte über Nacht die Standortverfolgung auf Tausenden von Militärgeräten aktivieren. Es könnte auch eindeutige Telefonidentifikatoren erfassen.

Manchmal hatten die Entwickler keine Ahnung, was in ihrer eigenen Software lauerte. The Insider hob einen ehemaligen Armeesergeant hervor, der eine beliebte App zur Kasernenbewertung entwickelt hatte.

Er war völlig schockiert zu erfahren, dass seine Plattform Huawei-Komponenten enthielt. Der fremde Code war über ein gängiges Benachrichtigungstool eines Drittanbieters hineingelangt.

Schnelles Handeln

Der Entwickler baute sein System sofort um, um die chinesische Software zu entfernen. Anschließend informierte er seine Nutzer über die Sicherheitskorrektur.

Die meisten Truppen sind sich der digitalen Gefahr völlig unbewusst. Um ihr Wissen zu ermitteln, befragte die Studie 103 Personen, die mit den Streitkräften verbunden sind.

Die überwiegende Mehrheit gab zu, dass ihnen feindlicher fremder Code große Sorgen bereitete, doch konnten sie nicht identifizieren, welche Programme tatsächlich ein Risiko darstellten.

Den Ergebnissen zufolge nutzen 84 Prozent der Befragten mindestens eine App, die aktiv sensible persönliche Daten sammelt.

Quellen: The Insider, Onet, Proceedings on Privacy Enhancing Technologies, Purdue University,