Es ist notwendig, eine starke Verteidigung aufzubauen, aber auch bereit zu sein, zurückzuschlagen.
Robert Brovdi, Kommandant der ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme, hat kürzlich einen strategischen Entwurf für die baltischen Staaten vorgestellt, wie sie sich auf einen möglichen russischen Angriff vorbereiten können.
Im Gespräch mit dem irischen Journalisten Caolan Robertson erklärte der als Magyar bekannte Kommandant, wie kleine Nationen eine potenzielle russische Invasion stoppen können.
Seine erste Empfehlung fordert die Schaffung einer Grenzpufferzone von zwei bis fünf Kilometern Breite. Arbeiter müssten Wälder roden und die Landschaft anpassen, um defensiven Fluggeräten eine klare Sichtlinie zu ermöglichen.
Diese Rodung würde sich in einen dichten Luftschild verwandeln. Jedes feindliche Fahrzeug oder jede feindliche Einheit, die versucht, die Grenze zu überqueren, würde sofort entdeckt und präzise anvisiert, bevor sie besiedelte Gebiete erreicht.
Netzwerke und spezialisierte Besatzungen
Der Bau der physischen Barriere ist nur ein Teil des Plans. Brovdi drängt die baltischen Streitkräfte auch dazu, umfangreiche Glasfaserkabelnetze zu verlegen, um Startrampen an der Frontlinie mit sicheren Kommandobunkern tief im Landesinneren zu verbinden.
Diese Einrichtung ermöglicht es den Bedienern, Fluggeräte sicher von unterirdischen Standorten aus zu steuern. Piloten können jede Bewegung an der Frontlinie beobachten, ohne direktem Beschuss ausgesetzt zu sein.
Als Nächstes kommt die spezialisierte Verteidigung. Brovdi ist der Ansicht, dass spezielle mobile Einheiten gebildet werden müssen, um ankommende feindliche Drohnen abzufangen, die von kleinen Überwachungsdrohnen bis hin zu Langstrecken-Kamikaze-Modellen reichen.
Um diese Systeme am Laufen zu halten, benötigt jede Armeebrigade spezielle unbemannte Einheiten. Er schlägt vor, jede Brigade mit mindestens 300 ausgebildeten Besatzungsmitgliedern zu besetzen, die alles von Nachteinsätzen bis hin zur Langstreckenaufklärung übernehmen.
Hart zurückschlagen
Verteidigung allein reicht nicht aus, um einen aggressiven Nachbarn zu stoppen. Dem Kommandanten zufolge müssen Armeen auch Mittel- und Langstrecken-Angriffsfähigkeiten aufbauen, damit sie bei einem Angriff tief im feindlichen Gebiet zurückschlagen können.
Einige baltische Staaten haben bereits begonnen, ihre Grenzsicherheit zu verbessern. Estland installierte Anfang dieses Sommers seine erste permanente Überwachungsausrüstung entlang der russischen Grenze, um tieffliegende Fluggeräte zu verfolgen.
Militärführer in der gesamten Region stehen nun vor einer Wahl. Sie können an traditionellen Verteidigungsmethoden festhalten oder ihre Militärstrategie um kostengünstige, tödliche Technologie herum neu aufbauen.