Der Schlagabtausch folgte auf die Forderung des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani an die US-Bundesregierung, den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu zu vollstrecken. Zugleich hat der Vorfall die Debatte über die politische Rhetorik im Zusammenhang mit dem Krieg im Gazastreifen neu entfacht.
Der republikanische Kongressabgeordnete Randy Fine aus Florida verteidigte laut der Irish Star seine Bezeichnung des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani als „muslimischen Terroristen“ während eines Wortgefechts mit Reportern auf dem Capitol Hill.
Auslöser der Auseinandersetzung war Mamdanis Forderung an die US-Regierung, den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu zu vollstrecken.
Fine erklärte, Mamdanis Amt als gewählter Politiker ändere nichts an seiner Einschätzung. Die Bezeichnung sei seiner Ansicht nach gerechtfertigt, weil der Bürgermeister Israels Militäreinsatz im Gazastreifen kritisiert habe.
Mamdani hatte zuvor erklärt, er werde sich für die Festnahme Netanjahus einsetzen, sollte der israelische Regierungschef jemals New York besuchen. Nach einer Prüfung der rechtlichen Zuständigkeiten der Stadt räumte er jedoch später ein, dass die Stadtverwaltung den Haftbefehl nicht eigenständig vollstrecken könne.
In einem auf sozialen Medien veröffentlichten Video erklärte Mamdani, seine Verwaltung habe „alle verfügbaren Möglichkeiten“ geprüft und sei zu dem Schluss gekommen, dass „wir nicht über die unabhängige rechtliche Befugnis verfügen, dies durchzusetzen“. Stattdessen forderte er die Bundesregierung zum Handeln auf.
Haftbefehl des IStGH wirft Fragen zur Zuständigkeit auf
Der Internationale Strafgerichtshof erließ am 21. November 2024 Haftbefehle gegen Netanjahu und den ehemaligen israelischen Verteidigungsminister Yoav Gallant wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Beide weisen die Vorwürfe zurück, und auch Israel hat sie zurückgewiesen. Das Verfahren ist bislang nicht vor Gericht verhandelt worden.
Der Gerichtshof erließ außerdem einen Haftbefehl gegen den Hamas-Militärkommandeur Mohammed Deif. Das Verfahren gegen Deif wurde im Februar 2025 eingestellt, nachdem die Anklage die Richter darüber informiert hatte, dass er getötet worden sei.
Weder Israel noch die Vereinigten Staaten sind Vertragsparteien des Römischen Statuts, des Gründungsvertrags des Internationalen Strafgerichtshofs. Israel bestreitet die Zuständigkeit des Gerichts, während der IStGH daran festhält, mutmaßliche Straftaten verfolgen zu können, die auf palästinensischem Gebiet begangen wurden.
Während desselben Gesprächs mit Reportern wies Fine die Autorität des Gerichts zurück und sagte der Irish Star: „Wir sind keine Vertragspartei des IStGH. Es ist ein Scheingericht.“ Zudem argumentierte er, dass die Außenpolitik in die Zuständigkeit der Bundesregierung und nicht in die Zuständigkeit kommunaler Behörden falle.
Die Äußerungen rückten auch frühere Aussagen Fines über Muslime erneut in den Fokus. Im März bemühten sich Demokraten im Repräsentantenhaus laut Axios um eine offizielle Rüge gegen den Kongressabgeordneten aus Florida, nachdem er in einem Beitrag in den sozialen Medien geschrieben hatte: „Wenn sie uns zwingen zu wählen, dann ist die Wahl zwischen Hunden und Muslimen keine schwierige.“
Der Streit ist Teil einer breiteren Debatte in den USA über den Krieg im Gazastreifen, den Internationalen Strafgerichtshof und die Rhetorik politischer Amtsträger geworden. Mamdanis Äußerungen zu Netanjahu und Fines Reaktion haben die Diskussion über New York hinaus auf die nationale und internationale politische Bühne getragen.
Quellen: Irish Star, Axios, Internationaler Strafgerichtshof.