Staatliche Medien bewarben die Zirkon ursprünglich als bahnbrechende Rakete.
Beim Bau von militärischer Spitzentechnologie garantieren jahrelanger Hype und massive Investitionen nicht immer den Erfolg.
Selbst die am meisten gepriesenen Waffensysteme können bei Tests unter realen Bedingungen auf unerwartete Hindernisse stoßen.
Eine große Militärmacht lernt diese Lektion nun auf die harte Tour.
Fehlerhafte Vorzeigewaffe
Während eines Treffens mit Marineoffizieren am 26. Juli in St. Petersburg lieferte Wladimir Putin eine überraschende Realitätsprüfung bezüglich seines hochgeschätzten Arsenals. Er räumte ein, dass die 3M22 Zirkon-Hyperschallrakete des Landes weiterhin Schwierigkeiten habe, ihre Ziele konstant zu treffen.
Das Eingeständnis kam für Beobachter überraschend, da Moskau die Waffe jahrelang als nahezu unaufhaltbar beworben hatte.
Laut dem russischen Nachrichtenportal Izvestia bestätigte der Kremlchef, dass Ingenieure noch immer an der Behebung der Systemfehler arbeiten.
„Eine Zirkon allein ist viel wert! Es braucht noch Arbeit, wir müssen ihre Genauigkeit weiter verbessern. Jüngste Einsätze haben gezeigt, dass sie präziser wird. Nur wenige Länder auf der Welt verfügen über solche Waffen, und wir haben sie nicht nur, sondern verbessern sie auch und werden dies weiterhin tun“, sagte Putin laut Berichten von Izvestia.
Hype trifft Realität
Staatliche Medien bewarben die Zirkon ursprünglich als bahnbrechende Antischiffsrakete, die Geschwindigkeiten von bis zu Mach 9 erreichen kann. Russland passte die Waffe schließlich für Landangriffe gegen Ziele in der gesamten Ukraine an, wie United24 Media berichtete.
Militärexperten, die geborgene Raketentrümmer untersuchten, entdeckten eine entscheidende Schwachstelle in ihrem Flugprofil. Anstatt die Hyperschall-Manövrierfähigkeit bis zum Einschlag beizubehalten, scheint die Rakete während ihres Endanflugs in eine vorhersehbare quasi-ballistische Flugbahn überzugehen.
Dieser Mangel macht die Waffe wesentlich leichter abzufangen, als die Propaganda behauptete. Trotzdem feuern russische Streitkräfte die kostspieligen Raketen weiterhin ab.
Bestände werden aufgebraucht
Ukrainische Geheimdienstschätzungen zeigen, dass Russland plante, bis 2026 etwa 30 Zirkon-Raketen zu produzieren.
Allerdings hatten russische Streitkräfte bis Mitte Juli bereits 20 davon abgefeuert und damit zwei Drittel ihres Jahresbestands innerhalb weniger Wochen verbraucht, so United24 Media.
Da die Produktion gering ist und die Genauigkeit weiterhin mangelhaft, steht der Kreml vor einem schwierigen Weg, um seine Hightech-Versprechen einzulösen.
Quellen: Izvestia, United24 Media