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Experten stellen die Authentizität weit verbreiteter Bilder von Luftangriffen infrage

Experten stellen die Authentizität weit verbreiteter Bilder von Luftangriffen infrage
Shutterstock

Auffällige Bilder von Luftangriffen, die Reihen von Flugzeugen treffen, haben sich rasant in den sozialen Medien verbreitet und Millionen von Aufrufen und Reaktionen erzielt. Die dahinterstehende Behauptung ist einfach und überzeugend. Bei näherem Hinsehen beginnt die Geschichte jedoch zu bröckeln.

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Noch bevor eine formelle Überprüfung stattfand, sorgten die Bilder bereits für Skepsis. Etwas an ihnen wirkte zu ordentlich, zu perfekt inszeniert.

Portal Obronny, ein polnisches Verteidigungsmedium, berichtete, dass die Clips als Beweis dafür dargestellt wurden, dass Iran US-Streitkräfte mithilfe bemalter Attrappen überlistet habe. Solche Erzählungen verbreiten sich leicht. Außenseiter, die hochentwickelte Militärs täuschen, üben eine gewisse Anziehungskraft aus.

Doch Analysten begegnen solchen Behauptungen in der Regel mit Vorsicht. Moderne Waffensysteme verlassen sich nicht allein auf visuelle Eindrücke, und schon das macht die Prämisse fragwürdig.

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Es gibt zudem ein übergeordnetes Muster. Ähnliche irreführende Bilder, insbesondere im Zusammenhang mit den Konflikten in der Ukraine und im Nahen Osten, sind bereits zuvor verbreitet worden und haben oft große Aufmerksamkeit erlangt, bevor sie überprüft wurden.

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Was nicht zusammenpasst

Als Faktenprüfer die Inhalte genauer untersuchten, wurden die Probleme schwerer zu übersehen.

Full Fact stellte fest, dass ein weit verbreiteter Beitrag bereits tausendfach von einem gefälschten Konto geteilt worden war, das sich als eine öffentliche Person ausgab.

„Der Beitrag wurde mehr als 2.500 Mal geteilt. Er wurde von einem Facebook-Konto veröffentlicht, das sich als der südafrikanische Oppositionsführer Julius Malema ausgab“, berichtete die Organisation — was bedeutet, dass er sich rasch von einem Konto verbreitete, das vorgab, Julius Malema zu sein.

Sie stellten außerdem fest: „Das auf Facebook geteilte Bild weist Anzeichen von Manipulation auf, darunter unsinnige Koordinaten an seinen Rändern“, womit Koordinaten gemeint sind, die keinem realen Kartierungssystem entsprechen.

Darüber hinaus verhält sich das Bild schlicht nicht wie die Realität. Objekte wiederholen sich. Die Größenverhältnisse wirken unstimmig. Das Explosionsmuster erscheint ungewöhnlich ordentlich. Echte Satellitenbilder sind unordentlicher, weniger perfekt.

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Das größere Problem

Entscheidend ist hier nicht nur ein einzelnes irreführendes Bild. Es ist die Leichtigkeit, mit der es sich verbreitet.

Portal Obronny weist darauf hin, dass solches Material in einem Umfeld gedeiht, in dem Geschwindigkeit wichtiger ist als Überprüfung. Ein überzeugendes Bild kann bereits zahlreiche Weiterverbreitungen erzielen, lange bevor jemand innehält und es hinterfragt.

Und die Menschen halten immer seltener inne. Die Werkzeuge zur Erstellung solcher Bilder sind inzwischen weithin verfügbar, und die Einstiegshürden sinken weiter.

Das schafft eine heikle Situation. Falsche Bilder können schnell Meinungen prägen, während echte in Zweifel gezogen werden könnten. Die Grenze zwischen Authentischem und Künstlichem wird zunehmend unschärfer, und nicht jeder bemerkt das.

Letztlich sagen diese Bilder nur wenig über militärische Fähigkeiten aus. Sie sagen weit mehr darüber aus, wie sich Informationen verbreiten — und wie leicht sie haften bleiben.

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Quellen: Portal Obronny, Full Fact