Das schnellste Elektroauto der Welt verliert in nur zwei Jahren über 50 % seines Wertes

Amalie L.

11 Stunden vor

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05/04/2025
Autos
Foto: Shutterstock
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Der Rimac Nevera sorgte mit rekordverdächtiger Leistung weltweit für Aufsehen – doch die Wiederverkaufswerte erzählen eine andere Geschichte.

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Der elektrische Hypercar Rimac Nevera schrieb Schlagzeilen, als er Weltrekorde brach. Nun jedoch stehen Besitzer dieses ultra-exklusiven Elektrofahrzeugs vor massiven finanziellen Verlusten.

Ein besonders auffälliges Beispiel: Ein Rimac Nevera aus dem Jahr 2022, der derzeit auf der Auktionsplattform Bring a Trailer angeboten wird, zeigt, wie stark die Preise gefallen sind.

Trotz einer Laufleistung von lediglich 2.150 Kilometern (1.336 Meilen) hat das Fahrzeug mehr als die Hälfte seines Neuwerts eingebüßt.

Beim Kauf ab Werk kostete dieses spezielle Modell rund 2,1 Millionen US-Dollar bzw. 1,66 Millionen Pfund.

Jetzt wird erwartet, dass es deutlich unter diesem Wert verkauft wird – ein klares Zeichen für den drastischen Wertverlust.

Zusätzliche Kosten verschlimmern die Lage für den Erstkäufer

Zu allem Überfluss verfügt dieses Exemplar über kostspielige Sonderausstattungen.

Dazu gehört das „Level 2“-Upgrade-Paket von Rimac mit zahlreichen Carbon-Elementen, das etwa 80.000 US-Dollar bzw. 62.000 Pfund kostete.

Auch der spezielle blaue Lack schlug mit 18.500 US-Dollar bzw. 14.300 Pfund zu Buche.

„Niemand will mehr teure Elektroautos“

Der Rimac Nevera ist nicht nur schnell – er gilt als futuristisch.

Mit vier Elektromotoren, fast 2.000 PS und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 1,81 Sekunden hält er sogar den kuriosen Rekord, im Rückwärtsgang 276 km/h erreicht zu haben.

Trotzdem bleibt die Nachfrage schwach. Seit der Markteinführung im Jahr 2022 wurden im vergangenen Jahr lediglich 50 der geplanten 150 Exemplare verkauft.

Firmenchef Mate Rimac, der auch Bugatti leitet, hat dafür eine Erklärung.

Bei der Financial Times Future of the Car-Konferenz verglich er elektrische Hypercars mit Luxusuhren:

„Eine Apple Watch kann alles besser. Sie kann 1.000 Dinge mehr, ist präziser und misst sogar den Puls“, erklärte Rimac laut Boosted. „Aber niemand würde 200.000 Dollar für eine Apple Watch zahlen.“

Seiner Ansicht nach verliert die Exklusivität teurer Elektroautos, je stärker sich E-Mobilität durchsetzt. Das erschwere den Verkauf von Ultra-Luxus-EVs, selbst wenn sie technisch zur Elite gehören.

Ob der Verkäufer das aktuelle Gebot akzeptieren wird, ist unklar – es müsste wohl deutlich steigen. Fest steht jedoch: Der nächste Besitzer könnte Fahrstunden benötigen.

Rimac bot ursprünglich jedem Käufer eine Fahrerschulung an, um mit der brachialen Leistung des Fahrzeugs umgehen zu können.

Und was die Zukunft betrifft – selbst Mate Rimac scheint sich nicht mehr ganz sicher zu sein, ob Elektroautos wirklich die Zukunft sind. Zumindest nicht für wohlhabende Fahrenthusiasten.