Mercedes zahlt Ihnen 3 Millionen, wenn Sie kündigen

Amalie L.

4 Tage vor

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24/03/2025
Autos
Foto: Shutterstock.com
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Mercedes-Benz bietet großzügige Abfindungspakete an.

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Mercedes-Benz bietet einigen seiner Mitarbeitenden Abfindungspakete in Höhe von bis zu 3 Millionen Kronen (etwa 440.000 US-Dollar) an, um den Personalbestand zu reduzieren, ohne zu Zwangsentlassungen greifen zu müssen.

Diese Maßnahme ist Teil eines umfassenderen Restrukturierungsplans, mit dem in den nächsten zwei Jahren 34 Milliarden Kronen (5 Milliarden US-Dollar) eingespart werden sollen. Der Autobauer bereitet sich damit auf eine Zukunft vor, in der Elektrofahrzeuge (EVs) möglicherweise nicht so profitabel sind wie ursprünglich prognostiziert.

Aufgrund des starken Kündigungsschutzes in Deutschland kann Mercedes Mitarbeitende nicht einfach entlassen. Stattdessen wurde ihnen ein Ausstiegspaket angeboten, das eine großzügige Entschädigung für diejenigen vorsieht, die das Unternehmen freiwillig verlassen.

„Wer das Unternehmen verlassen möchte, kann das ganz sicher tun“, erklärte Ergun Lümali, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von Mercedes, gegenüber dem Handelsblatt.

Wie viel zahlt Mercedes?

Laut Handelsblatt könnte ein mittlerer Manager mit 30 Jahren Betriebszugehörigkeit und einem Monatsgehalt von 64.000 Kronen (etwa 9.400 US-Dollar) eine Abfindung von über 3,4 Millionen Kronen (rund 500.000 US-Dollar) erhalten.

Ein Fabrikarbeiter in den Dreißigern mit einem Monatsgehalt von 40.000 Kronen (etwa 5.880 US-Dollar) könnte mit einer Abfindung von gut 1 Million Kronen (etwa 147.000 US-Dollar) rechnen.

Der Autobauer hofft, mit diesen Angeboten bis zu 30.000 Mitarbeitende zu einem freiwilligen Ausscheiden zu bewegen. Auch wenn die Unternehmensleitung das Programm aktiv unterstützt, betonte Lümali, dass niemand zum Verlassen gezwungen werde.

„Wer nicht kündigen möchte, muss das nicht tun. Aber wer es freiwillig macht, erhält eine großzügige Abfindung.“

Mercedes folgt branchenweitem Sparkurs

Der Schritt von Mercedes steht im Einklang mit Maßnahmen anderer großer europäischer Autobauer. Volkswagen etwa führt derzeit ein umfangreiches Sparprogramm durch, das den Abbau von 34.000 Stellen sowie die Schließung von drei Werken in Deutschland vorsieht.

Branchenweit sehen sich Hersteller mit einer neuen Realität konfrontiert: Elektroautos erweisen sich als weniger profitabel und verbreiten sich langsamer als erwartet. Gleichzeitig hat sich der Wettbewerbsdruck durch chinesische EV-Hersteller verschärft. Allerdings könnte auch dieser Druck bald nachlassen – Berichten zufolge steht mindestens eine große chinesische Automarke kurz vor der Insolvenz; Mitarbeitende sollen bereits seit Längerem nicht mehr bezahlt worden sein.

Auch Mercedes hatte ursprünglich eine rein elektrische Zukunft geplant. Doch diese Vision gerät zunehmend ins Wanken – unter anderem durch schleppende Nachfrage, hohe Entwicklungskosten und schwaches Konsuminteresse.

Diese Entwicklungen zwingen die Marken zu schnellen Anpassungen. Mercedes, das einst ein rein elektrisches Modellportfolio anstrebte, scheint nun entschlossen, den Kurs zurückzunehmen und seine Aktivitäten – insbesondere in Deutschland, wo sich der Hauptteil der Produktion befindet – zu straffen.

Auch verbleibende Mitarbeitende könnten die Folgen zu spüren bekommen.

Berichten zufolge ist mit Gehaltskürzungen im Rahmen der Umstrukturierung zu rechnen.