Renault meldete 2025 einen Nettoverlust von 10,9 Milliarden Euro infolge einer umfassenden bilanztechnischen Anpassung im Zusammenhang mit Nissan, obwohl der Umsatz um 3 Prozent stieg und die Verkäufe von Elektrofahrzeugen stark zunahmen.
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Renault steigerte 2025 sowohl den Umsatz als auch die Fahrzeugverkäufe, doch eine umfangreiche bilanzielle Anpassung im Zusammenhang mit der langjährigen Allianz mit Nissan drückte den französischen Autobauer tief in die roten Zahlen.
Der Konzern meldete einen Nettoverlust von 10,931 Milliarden Euro für das Gesamtjahr, obwohl der Umsatz zulegte und die operative Profitabilität solide blieb.
Nissan-Effekt belastet stark
Der Umsatz von Renault stieg 2025 um 3 Prozent auf 57,922 Milliarden Euro, während die operative Marge 3,632 Milliarden Euro beziehungsweise 6,3 Prozent des Umsatzes erreichte. Im Jahr 2024 hatte sie noch bei 7,6 Prozent gelegen, was die schwierigeren Marktbedingungen und den zunehmenden Wettbewerb in Europa widerspiegelt.
Der ausgewiesene Verlust ist in erster Linie auf einen nicht zahlungswirksamen Effekt in Höhe von 9,3 Milliarden Euro zurückzuführen, der mit einer Änderung der Bilanzierungsmethode für die Beteiligung an Nissan zusammenhängt.
Der japanische Autobauer belastete das Ergebnis vor der Anpassung der Konsolidierungsmethode zudem mit 2,331 Milliarden Euro.
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Ohne die Nissan-bezogenen Effekte hätte der Nettogewinn 715 Millionen Euro betragen — allerdings ebenfalls 72 Prozent weniger als im Vorjahr, wie Renault mitteilte.
Absatz und Elektrifizierung wachsen
Operativ zeigte sich der Konzern widerstandsfähig. Renault verkaufte 2025 weltweit 2.336.807 Fahrzeuge, ein Plus von 3,2 Prozent in einem globalen Markt, der um 1,6 Prozent wuchs.
In Europa blieb Renault einer der führenden Hersteller, während die Marke Renault international um 11,7 Prozent zulegte, getragen von starker Nachfrage in Lateinamerika, Südkorea und Marokko.
Elektrifizierte Fahrzeuge waren ein zentraler Wachstumstreiber. Der Absatz vollelektrischer Modelle stieg um 77,3 Prozent, Hybridfahrzeuge legten um 35,2 Prozent zu.
Elektrifizierte Autos machen inzwischen 44 Prozent des europäischen Absatzmixes von Renault aus, davon 14 Prozent reine Elektrofahrzeuge und 30 Prozent Hybride. Das Unternehmen wies jedoch darauf hin, dass höhere Technologiekosten die Margen kurzfristig weiterhin belasten.
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Margen und Cashflow
Die Automotive-Sparte erzielte eine operative Marge von 4,2 Prozent, belastet durch Wechselkurseffekte — insbesondere in Argentinien — höhere Garantiekosten sowie einen ungünstigeren regionalen Absatzmix.
Auch die Entkonsolidierung von Horse Powertrain und der Wettbewerbsdruck bei den Preisen in Europa wirkten sich negativ aus.
Renault zufolge wurden die variablen Kosten pro Fahrzeug durch Einkaufs- und Effizienzmaßnahmen in der Produktion um rund 400 Euro gesenkt.
Der freie Cashflow der Automotive-Sparte belief sich auf 1,473 Milliarden Euro, einschließlich 300 Millionen Euro an Dividenden von Mobilize Financial Services. Die Sparte erwirtschaftete eine Selbstfinanzierungskraft von 4,744 Milliarden Euro.
Finanzlage und Ausblick
Renault beendete das Jahr mit einer Nettofinanzposition im Automotive-Bereich von 7,37 Milliarden Euro und Liquiditätsreserven von 17,7 Milliarden Euro. S&P hob das Kreditrating des Konzerns auf BBB- mit stabilem Ausblick an und stellte damit den Investment-Grade-Status wieder her.
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Der Vorstand will eine Dividende von 2,20 Euro je Aktie vorschlagen, unverändert gegenüber dem Vorjahr.
Für 2026 erwartet Renault eine operative Marge von rund 5,5 Prozent sowie einen freien Cashflow im Automotive-Bereich von etwa 1 Milliarde Euro. Mittelfristig strebt das Unternehmen Margen zwischen 5 und 7 Prozent sowie eine durchschnittliche jährliche Cash-Generierung von mindestens 1,5 Milliarden Euro an.
Eine neue strategische Roadmap soll am 10. März vorgestellt werden, um das asset-light-Modell zu stärken, die Elektrifizierung zu beschleunigen und die internationale Expansion in einem sich weiter wandelnden Automobilsektor voranzutreiben.
Quellen: elEconomista.es