Umfrage zeigt deutlichen Reformwunsch.
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Wie viel Alkohol ist auf dem Fahrrad erlaubt? Diese Frage ist vielen Menschen in Deutschland nicht klar – zugleich wächst der Wunsch nach strengeren gesetzlichen Vorgaben.
Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates durchgeführt hat.
Klare Mehrheit für niedrigere Promillegrenze
Nach den Ergebnissen der Befragung sprechen sich 82 Prozent der Teilnehmenden für eine Promillegrenze von höchstens 0,5 auf dem Fahrrad aus.
Rund ein Drittel der Befragten geht noch weiter und befürwortet ein vollständiges Alkoholverbot für Radfahrer.
Der Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates, Manfred Wirsch, sieht darin ein deutliches Signal für politische Veränderungen.
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Er erklärte, die Gesellschaft sei bereit für strengere Regelungen im Radverkehr.
Aktuelle Rechtslage vielen unbekannt
Derzeit gilt für Radfahrer eine Grenze von 1,6 Promille. Erst ab diesem Wert wird von absoluter Fahruntüchtigkeit ausgegangen – vorausgesetzt, es kommt zu einem Unfall oder es zeigen sich alkoholbedingte Ausfallerscheinungen.
In solchen Fällen drohen unter anderem Geldstrafen oder der Entzug der Fahrerlaubnis.
Laut Umfrage ist diese Regelung jedoch nur wenigen bekannt. Weniger als 20 Prozent der Befragten wussten, wo die Grenze tatsächlich liegt. Fast die Hälfte ging fälschlicherweise davon aus, dass bereits ab 0,5 Promille eine Straftat vorliegt.
Debatte erreicht Fachgremien
Die Diskrepanz zwischen gesetzlicher Lage und subjektiver Risikowahrnehmung verstärkt die Diskussion über neue Grenzwerte.
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In der kommenden Woche wird das Thema beim Verkehrsgerichtstag in Goslar aufgegriffen.
Dort beraten Fachleute unter anderem über eine Absenkung der bisherigen Promillegrenze oder die Einführung einer neuen Ordnungswidrigkeitsschwelle.
Quelle: Bild