Archäologischer Durchbruch: Älteste Spuren des modernen Menschen gefunden

Geschrieben von Olivia Rosenberg

16 Wochen vor

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01/02/2024
Foto: Shutterstock
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Homo sapiens lebte viel früher in Europa als gedacht.

Neue archäologische Funde aus der Ilsenhöhle in Thüringen haben zu einer bedeutenden Neubewertung der Besiedlungsgeschichte Europas durch den modernen Menschen geführt. 

Wie die Tagesschau berichtet, belegen diese Funde, dass Homo sapiens bereits vor mindestens 45.000 Jahren im nördlichen Europa lebte, was deutlich früher ist als bisher angenommen. 

Diese Entdeckung, die von einem internationalen Forschungsteam um Jean-Jacques Hublin vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie gemacht wurde, führt zu einem "fundamentalen Umdenken" in der Geschichte der menschlichen Besiedlung.

Die Funde zeigen, dass der moderne Mensch Mittel- und Nordwesteuropa schon deutlich früher besiedelte als bisher bekannt. Damals herrschten in der Region Temperaturen, die etwa 7 bis 15 Grad kälter waren als heute. 

Diese Erkenntnisse widerlegen die bisherige Annahme, dass die Anpassungsfähigkeit des Menschen an kalte Klimabedingungen erst viel später entstanden war.

Zudem belegen die Studien, dass Homo sapiens und Neandertaler über Jahrtausende in Europa koexistierten, möglicherweise sogar mehr als 10.000 Jahre lang. 

Diese Koexistenz wirft neues Licht auf das Verhältnis zwischen den beiden Menschenarten und deren Interaktion.

Die Ausgrabungen, die von 2016 bis 2022 direkt vor der Ilsenhöhle in Ranis durchgeführt wurden, führten zur Entdeckung von menschlichen Knochenfragmenten sowie Tausenden kleinen Knochenbruchstücken von Tieren.

Insgesamt identifizierten die Forscher 13 menschliche Skelettüberreste, die neue Einblicke in die Lebensweise und Umweltbedingungen der frühen Menschen in Europa geben.