BDI-Chef Russwurm: Scholz' Wirtschaftspolitik in der Kritik

Geschrieben von Olivia Rosenberg

Foto: Shutterstock
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Industrieverband fordert Kurswechsel.

Siegfried Russwurm, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), übt deutliche Kritik am Umgang des Bundeskanzlers Olaf Scholz und der Ampelregierung mit der aktuellen Wirtschaftskrise. 

In einem Interview mit dem Spiegel bezeichnet er die vergangenen zwei Jahre als "zwei verlorene Jahre" für die Wirtschaftspolitik Deutschlands. 

Russwurm fordert eine Neuausrichtung der wirtschaftlichen Indikatoren und eine ehrliche Debatte über die Zukunft der deutschen Industrie.

Der BDI-Chef kritisiert insbesondere die Fokussierung auf die Arbeitslosenquote als veralteten Indikator für die Wirtschaftslage und plädiert stattdessen für eine stärkere Beachtung der Investitionstätigkeit. 

Er mahnt, dass Deutschland im internationalen Wettbewerb um Investitionen und technologisches Know-how zurückfallen könnte, wenn es sich weiterhin weigert, in Schlüsselindustrien wie der Halbleiterfertigung zu investieren. 

Russwurm warnt davor, dass bestimmte Industriezweige, wie die Ammoniak-Herstellung, mittelfristig aus Deutschland verschwinden könnten, wenn keine Anpassungen vorgenommen werden.

Russwurms Kritik unterstreicht die Dringlichkeit einer strategischen Neuausrichtung der deutschen Wirtschaftspolitik, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu sichern und zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen. 

Die Debatte über die richtigen Maßnahmen und Prioritäten dürfte in den kommenden Monaten weiter an Fahrt gewinnen.