Mehr Geld, weniger Bürokratie: Lauterbach reformiert Hausarztpraxen

Geschrieben von Olivia Rosenberg

19 Wochen vor

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10/01/2024
Foto: Shutterstock
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Lauterbachs Antwort auf Ärztemangel.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat umfassende Reformen für Hausärzte in Deutschland angekündigt, um die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitssystem anzugehen. 

Auf einem Krisentreffen mit Vertretern der Hausärzte, berichtet die Tagesschau, versprach Lauterbach, finanzielle und strukturelle Änderungen vorzunehmen, die zu einer spürbaren Entlastung der Mediziner führen sollen.

Ein zentraler Punkt der Reform ist die Aufhebung der Honorarobergrenzen, um Wartezeiten zu reduzieren und eine bessere Versorgung der Patienten zu gewährleisten.

Lauterbach plant, noch im Januar einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die bisherigen Budgetgrenzen für Hausärzte abschafft. Dies soll dazu führen, dass alle in den Praxen erbrachten Leistungen von den Krankenkassen bezahlt werden. 

Ein weiteres Ziel der Reform ist die Reduzierung des bürokratischen Aufwands in den Praxen. Honorarobergrenzen hatten bisher zur Folge, dass Ärzte gegen Monatsende ihr Behandlungsbudget ausschöpfen und für weitere Patienten nicht mehr bezahlt werden.

Die Reform sieht auch vor, die Hausarztpraxen zu ent-ökonomisieren. Lauterbach betont, dass nicht mehr die Häufigkeit der Patientenbesuche, sondern die medizinische Notwendigkeit im Vordergrund stehen soll. 

Dies wird zu weniger Patienten in den Wartezimmern führen und den Ärzten ermöglichen, sich auf diejenigen zu konzentrieren, die medizinisch versorgt werden müssen.

Für chronisch kranke Patienten sind Vereinfachungen geplant. Statt der Quartalspauschale soll eine Jahrespauschale eingeführt werden, die beim ersten Kontakt abgerechnet wird. 

Dies soll die Zahl vermeidbarer Praxisbesuche senken und mehr Behandlungszeit ermöglichen. Hausärzte, die bestimmte Kriterien erfüllen, sollen zudem eine „Vorhaltepauschale“ erhalten.