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Regierung prüft Abkehr vom klassischen Acht-Stunden-Tag

Man 50s, working
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Die Bundesregierung bereitet eine Reform der Arbeitszeitregeln vor, die den Arbeitsalltag vieler Beschäftigter grundlegend verändern könnte.

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Ein entsprechender Beschluss wird noch im Laufe dieses Jahres erwartet.

Wöchentliche statt täglicher Höchstarbeitszeit

Kern der Überlegungen ist eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit. In einer neuen nationalen Tourismusstrategie plant die Regierung, künftig eine wöchentliche Höchstarbeitszeit anstelle einer festen täglichen Grenze zu ermöglichen.

Ziel ist es, Arbeit besser mit Familie und Privatleben vereinbaren zu können.

Beschäftigte könnten ihre Arbeitszeit demnach stärker bündeln, etwa längere Arbeitstage leisten und dafür anschließend mehrere freie Tage nehmen.

Nach geltendem Recht sind acht Stunden pro Werktag vorgesehen, mit Ausnahmen bis zu zehn Stunden bei entsprechendem Zeitausgleich.

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Entlastung für Tourismus und Gastgewerbe

Von der Neuregelung würden besonders Branchen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten profitieren, etwa Tourismus und Gastronomie. Das geplante Arbeitszeitgesetz soll jedoch für alle Wirtschaftszweige gelten.

Der Tourismuskoordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß (CDU), kündigte gegenüber BILD einen Beschluss „noch in diesem Jahr“ an. Nach seinen Worten würden davon „nicht nur mittelständische Unternehmen profitieren, sondern auch Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland“.

Steuerliche Anreize und weniger Bürokratie

Zusätzlich plant die Regierung finanzielle Anreize für Mehrarbeit. Überstundenzuschläge sollen steuerfrei gestellt werden, einmalige Prämien für zusätzliche Arbeitsstunden bei Teilzeit steuerlich begünstigt.

Auch Unternehmen sollen entlastet werden. Beiträge zum Reisesicherungsfonds, der Kunden bei Insolvenzen absichert, sollen sinken.

Außerdem sollen sogenannte Praxis-Checks überflüssige Berichtspflichten abbauen.

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Positive Reaktionen aus der Branche

Ploß betonte, die Strategie solle Investitionen in Verkehrsinfrastruktur fördern und den Luftfahrtstandort Deutschland stärken.

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft, Sören Hartmann, sprach von einem „wichtigen Signal für die Branche in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten“.

Quelle: Bild

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