Spionage steht in Europa wieder im Mittelpunkt.
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Jahrzehnte nach dem Kalten Krieg tauchen alte Methoden wieder auf, wobei moderne Technologien sie leistungsfähiger und schwerer aufzuspüren machen.
Überwachung von Dächern
Russische diplomatische Gebäude in Wien werden als groß angelegte Signalabfangplattformen genutzt, so Berichte der Financial Times und des österreichischen Senders ORF, die von Digi24 zitiert werden.
Es wird vermutet, dass Satellitenschüsseln und Antennensysteme, die auf Dächern installiert sind, Zwecken dienen, die über die übliche Botschaftskommunikation hinausgehen.
Experten, die in dem Bericht zitiert werden, sagen, dass die Ausrüstung wahrscheinlich verwendet wird, um elektronische und Satellitensignale in mehreren Regionen zu überwachen.
Nicht Moskau zugewandt
Ein wichtiges Detail hat bei westlichen Beamten Besorgnis ausgelöst.
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Die Antennen sind nicht wie für die diplomatische Kommunikation zu erwarten nach Osten in Richtung Russland gerichtet, sondern nach Westen sowie nach Afrika und in den Nahen Osten.
Dies deutet darauf hin, dass die Systeme eher zum Abfangen von Signalen als zum Senden konzipiert sind.
Beamte sagen, Wien sei zu einem wichtigen Zentrum für russische Geheimdienstaktivitäten in Europa geworden.
„Wien ist für sie sehr wichtig geworden… es ist ihr Knotenpunkt in Europa“, sagte ein hochrangiger europäischer Diplomat der Financial Times.
Die Rolle der Stadt hat zugenommen, da russische Operationen in anderen europäischen Ländern nach der Invasion der Ukraine gestört wurden.
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Große Reichweite
Es wird vermutet, dass russische Systeme von Österreich aus die Kommunikation nicht nur in Europa, sondern auch in Teilen Afrikas und des Nahen Ostens überwachen.
Der österreichische Inlandsgeheimdienst hat davor gewarnt, dass diese Fähigkeiten ein erhebliches Risiko für die Spionageabwehr darstellen.
Die flexible Positionierung der Antennen ermöglicht es den Betreibern, mehrere Satelliten und Ziele zu verfolgen.
Beobachter haben häufige Neupositionierungen einiger Antennen festgestellt, was auf eine aktive Nutzung hindeutet.
In einem Fall wurde eine große Antenne im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz umgeleitet und nach der Veranstaltung wieder in ihre vorherige Position gebracht.
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Solche Veränderungen werden als mögliche Indikatoren für gezielte Überwachung angesehen.
„Russencity“-Komplex
Ein Großteil der Aktivitäten konzentriert sich auf einen großen russischen Diplomatenkomplex in Wien, der manchmal als „Russencity“ bezeichnet wird.
Das Gelände umfasst Wohngebäude, eine Schule und eine große diplomatische Vertretung, deren Dächer mit Satellitenausrüstung bedeckt sind.
Experten sagen, dass der Komplex möglicherweise bereits in der Sowjetzeit für Geheimdienstzwecke konzipiert wurde.
Trotz der Bedenken hat Österreich einen vorsichtigeren Ansatz gewählt als andere europäische Länder.
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Als neutraler Staat hat es keine groß angelegten Ausweisungen russischer Diplomaten vorgenommen.
Beamte sagen, dass rechtliche Beschränkungen und politische Erwägungen es schwierig machen, direkt zu handeln.
Quellen: Financial Times, ORF, Digi24