Verkehrschaos droht: GDL plant massive Streiks im Bahnverkehr

08/01/2024 08:09

Olivia Rosenberg

Deutschland
Foto: Shutterstock
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Streiks und juristische Auseinandersetzungen.

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Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat ihre Mitglieder zu einem mehrtägigen Streik aufgerufen. Vom 10. bis zum 12. Januar sollen die Lokführer im Personenverkehr die Arbeit niederlegen. 

Der Streik beginnt im Güterverkehr bereits am 9. Januar um 18 Uhr. 

Die Deutsche Bahn (DB) hat angekündigt, juristisch gegen die Arbeitsniederlegungen vorzugehen und will einen Eilantrag auf einstweilige Verfügung beim Arbeitsgericht Frankfurt am Main einreichen. 

DB-Personalvorstand Martin Seiler bezeichnet den Streik als "rechtlich nicht zulässig", da die GDL ihre Tariffähigkeit durch die Gründung ihrer Leiharbeiter-Genossenschaft verloren habe. 

Die DB sei jedoch zu Kompromissen bereit und fordert die GDL auf, den Streik abzusagen und stattdessen den Verhandlungstermin am 10. Januar wahrzunehmen.

Die GDL hatte Ende November die Gespräche mit der Bahn für gescheitert erklärt. Hauptstreitpunkt ist die von der Gewerkschaft geforderte Arbeitszeitverkürzung von 38 auf 35 Stunden pro Woche für Schichtarbeiter bei vollem Lohnausgleich. 

Die Bahn hält dies angesichts des Fachkräftemangels für nicht umsetzbar. Zudem fordert die GDL 555 Euro mehr im Monat sowie eine Inflationsausgleichsprämie von 3.000 Euro. 

Die Bahn hatte am Freitag ein neues Angebot vorgelegt, das von der GDL jedoch als "substanzlos und vergiftet" abgelehnt wurde. 

GDL-Chef Claus Weselsky kritisierte die DB scharf und warf ihr vor, sich von den Lebens- und Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter entfernt zu haben, berichtet die Tagesschau.