Zuckersteuer in Deutschland - Wie eine Steuer auf Softdrinks Milliarden sparen könnte

22/11/2023 14:31

Olivia Rosenberg

Deutschland
Foto: Shutterstock
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Deutschland diskutiert über Zuckersteuer auf Getränke.

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In Deutschland wird die Einführung einer Zuckersteuer auf Softdrinks diskutiert, die laut einer Studie der Technischen Universität München und der britischen Universität Liverpool erhebliche volkswirtschaftliche Einsparungen bringen könnte. 

Wie die Tagesschau berichtet, zeigt die Studie, veröffentlicht im Fachmagazin "PLOS Medicine",, dass eine solche Steuer innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte bis zu 16 Milliarden Euro einsparen und zahlreiche Erkrankungen vermeiden könnte.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eine Sondersteuer von mindestens 20 Prozent auf zuckerhaltige Getränke, um den Zuckerkonsum und seine gesundheitlichen Folgen zu reduzieren. In Deutschland gibt es bisher nur eine freiwillige Selbstverpflichtung der Getränkeindustrie, die jedoch nur mäßige Erfolge zeigt. 

Die Studie legt nahe, dass eine Softdrink-Steuer in Deutschland das Risiko für Übergewicht und damit verbundene Krankheiten wie Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken würde. Die Forschenden simulierten verschiedene Besteuerungsszenarien, die entweder darauf abzielen, den Softdrink-Konsum generell zu senken oder Rezepturänderungen herbeizuführen. 

Bei beiden Varianten würden deutlich weniger Fälle von Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftreten. Besonders große Effekte wären bei Diabetes Typ 2 zu erwarten: Innerhalb der nächsten 20 Jahre könnten bis zu 244.100 Menschen später oder gar nicht an Typ-2-Diabetes erkranken. 

Die Studie zeigt, dass eine Zuckersteuer nicht nur gesundheitliche Vorteile bringen, sondern auch erhebliche volkswirtschaftliche Einsparungen ermöglichen würde. Die Diskussion um eine solche Steuer wird in Deutschland weiterhin geführt, wobei auch Werbeverbote und verstärkte Aufklärung unter Kindern und Jugendlichen als ergänzende Maßnahmen diskutiert werden.