Startseite Europa Keine Freunde Putins mehr: Ungarn weist 10 russische Diplomaten aus

Keine Freunde Putins mehr: Ungarn weist 10 russische Diplomaten aus

Vladimir Putin
Fotosr52 / Shutterstock.com

Seit der Moskau-freundliche ehemalige Ministerpräsident Victor Orbán die Wahl im April verloren hat, stuft Ungarn Russland als Sicherheitsbedrohung ein.

Beamte in Budapest haben zehn russischen Diplomaten befohlen, das Land umgehend zu verlassen.

Ungarns Außenministerin Anita Orbán bestätigte, dass die Regierung dem Personal den diplomatischen Status entzogen habe, nachdem Handlungen entdeckt wurden, die mit ihren offiziellen Aufgaben unvereinbar seien.

Die Ankündigung markiert eine der direktesten diplomatischen Maßnahmen, die das Land in den letzten Jahren ergriffen hat.

Kein Abbruch der Beziehungen

In einem Beitrag auf X erklärte Anita Orbán, dass die zehn ausgewiesenen Mitglieder der russischen diplomatischen Mission „Aktivitäten ausgeübt hätten, die für Diplomaten gemäß der Wiener Konvention inakzeptabel sind“.

Sie machte keine Angaben dazu, was die Diplomaten getan haben, aber die Wiener Konvention legt globale Regeln für Botschaften, Diplomaten und diplomatische Immunität fest.

Die Konvention legt beispielsweise fest, dass Diplomaten Informationen sammeln dürfen, sofern sie dies rechtmäßig tun, und dass Diplomaten sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Gaststaates einmischen dürfen.

Trotz der raschen Ausweisung besteht die Regierung darauf, dass die diplomatischen Kanäle offen bleiben. „Diese Entscheidung schützt Ungarns Sicherheit und Souveränität. Sie bedeutet keinen Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Russland. Ungarn beabsichtigt, den notwendigen Dialog fortzusetzen, basierend auf gegenseitigem Respekt und der Einhaltung der Regeln“, schrieb Orbán.

Die Außenministerin betonte, dass Budapest den Dialog fortsetzen wolle, vorausgesetzt, beide Seiten respektieren die etablierten Regeln. Der Schutz der nationalen Sicherheit bleibe die Priorität.

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Ein schärferer Kurs

Die dramatische Ausweisung spiegelt einen bedeutenden Kurswechsel wider, wie das Land mit Moskau umgeht. Unter Ministerpräsident Péter Magyar hat die neue Regierung ihre Haltung gegenüber russischem Einfluss in allen Sektoren systematisch verschärft. Die Dinge ändern sich schnell.

Dieser Wandel wurde deutlich, als Budapest Russland offiziell als direkte Sicherheitsbedrohung einstufte. Offizielle Anweisungen für die UN-Generalversammlung, die im August veröffentlicht wurden, skizzierten die feste Position des Landes, so der Spiegel.

„Ungarn verurteilt die russische Militäraggression und unterstützt die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen vollumfänglich“, hieß es in dem offiziellen Dokument. Es fügte hinzu, dass „Russlands Verhalten eine Bedrohung für Ungarn, Europa und die globale Ordnung darstellt“.

Die politische „Säuberung“ reicht über aktuelle politische Entscheidungen hinaus. Die Behörden in Budapest haben zudem eine strafrechtliche Untersuchung gegen den ehemaligen Außenminister Péter Szijjártó wegen seiner angeblichen Verbindungen zu Russland eingeleitet.