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Putins Verbündeter in Europa gesteht diktatorische Herrschaft ein und erklärte, er habe keine Wahl gehabt

Aleksander Lukashenko, Vladimir Putin
Asatur Yesayants / Shutterstock.com

Europas letzter Diktator ist seit 1994 an der Macht.

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Europas letzter Diktator ist seit 1994 an der Macht.

Was passiert?

Der belarussische Präsident Aleksandr Lukaschenko machte am Donnerstag ein seltenes Eingeständnis und räumte offen den Einsatz autoritärer Methoden während seiner jahrzehntelangen Herrschaft ein.

„Ich wollte es nicht“

„Ich wollte nicht auf autoritäre, diktatorische Weise regieren. Aber bisher war es mir nicht möglich, anders zu handeln“, sagte er laut seiner Pressestelle auf Telegram.

Die Erklärung wurde von der spanischen Nachrichtenagentur EFE gemeldet und vom rumänischen Portal Agerpres zitiert.

Seit 1994 an der Macht

Lukaschenko führt Belarus seit 1994 mit eiserner Hand, was ihn zu einem der am längsten amtierenden und umstrittensten Staatschefs Europas macht.

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Seine Präsidentschaft ist geprägt von strikter Kontrolle über das politische System, der Dominanz der Staatsmedien und massiven Einschränkungen der Bürgerrechte.

Er wird weithin als „Europas letzter Diktator“ bezeichnet.

Brutales Vorgehen nach den Protesten zur Wahl 2020

Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl im August 2020 reagierte Lukaschenkos Regierung mit Gewalt auf Massenproteste.

Die Opposition, unterstützt von vielen westlichen Regierungen, erklärte, die Wahl sei manipuliert worden.

Tausende wurden festgenommen, unabhängige Medien zum Schweigen gebracht, und Regimekritiker landeten entweder im Gefängnis oder im Exil.

Oppositionelle Parteien und Stimmen zum Schweigen gebracht

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Unter Lukaschenko wurden alle Oppositionsparteien und -bewegungen verboten.
Aktivisten berichten, dass sich rund 1.300 politische Gefangene noch in Haft befinden, auch wenn einigen Begnadigungen gewährt wurden.

Viele Oppositionsführer flohen aus dem Land – aus Angst vor Verfolgung oder Inhaftierung.

Demonstranten und Aktivisten ins Exil gezwungen

Die Folgen der Proteste von 2020 führten zu einer Massenflucht politischer Aktivisten.

Hunderte Demonstranten, Journalisten und Vertreter der Zivilgesellschaft suchten seitdem Asyl im Ausland.

Die politische Landschaft in Belarus ist zunehmend ausgedörrt; jede Form von Dissens wird praktisch kriminalisiert.

Enge Allianz mit Putin

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Lukaschenko pflegt seit Langem eine enge Allianz mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

2022 erlaubte er russischen Truppen, einen Teil ihres Angriffs auf die Ukraine von belarussischem Territorium aus zu starten.

Damit festigte Belarus seine Position als regionaler Außenseiter, der sich an Moskau und nicht an den Westen anlehnt.

Weitere umstrittene Wahl 2025

Trotz massiver Kritik wurde Lukaschenko im Januar 2025 mit mehr als 86 Prozent der Stimmen wiedergewählt.

Dies war seine siebte Amtszeit in Folge.

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Westliche Beobachter wiesen die Ergebnisse überwiegend als weder frei noch fair zurück.

Signalisiert Interesse an Annäherung an die USA

Überraschend unternahm Lukaschenko zuletzt Schritte zur Normalisierung der Beziehungen mit den Vereinigten Staaten.

Er führte sogar ein Telefongespräch mit dem US-Präsidenten Donald Trump.

Diese Annäherung erfolgte im Vorfeld eines hochrangigen Gipfels zwischen Trump und Putin, der am 15. August in Alaska stattfinden soll.

Diplomatie inmitten von Spannungen

Obwohl Belarus eng an Russland gebunden ist, deuten Lukaschenkos jüngste diplomatische Vorstöße darauf hin, dass er versucht, seine internationalen Beziehungen ins Gleichgewicht zu bringen.

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Die Gründe für diesen Kurswechsel sind unklar. Analysten vermuten jedoch, dass er mit wirtschaftlichem Druck oder politischen Kalkülen zusammenhängen könnte.

Im Westen überwiegt dennoch Skepsis gegenüber seinen Absichten.

Ein Führer, der sich wohl kaum ändern wird?

Auch wenn Lukaschenkos Eingeständnis seiner autoritären Herrschaft versöhnlich wirken mag, argumentieren Kritiker, dass sich dadurch in der Realität wenig ändert.

Die Opposition bleibt verboten, die Bürgerrechte sind eingeschränkt, und das Regime unterdrückt weiterhin jede Form von Widerstand.

Für viele waren die Äußerungen des Präsidenten weniger ein Wendepunkt als vielmehr eine Rechtfertigung des Status quo.

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