Startseite Geschichte Polnische Dorfsage erweist sich dank Teenagern als wahr

Polnische Dorfsage erweist sich dank Teenagern als wahr

A very close-up view of a T-34 tank's tracks and road wheels, highlighting the texture of the black metal and the rubber edges of the wheels.
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Eine alte Geschichte, die innerhalb einer Familie jahrzehntelang weitererzählt wurde, hat sich nach dem Fund vergrabener Panzerteile in einem Garten in eine unerwartete historische Entdeckung verwandelt.

Die Bewohner des Dorfes Świerczów hatten lange Berichte gehört, dass Teile eines sowjetischen Militärfahrzeugs auf einem Privatgrundstück verborgen seien.

Viele hielten die Geschichte für lokale Folklore. Jüngste Ausgrabungen scheinen die Erzählung jedoch bestätigt zu haben.

Über den Fund berichtete zunächst das polnische Geschichtsportal Zwiadowca Historii. Demnach begannen Mitglieder der Erkundungsgruppe „Nietoperze“ mit Untersuchungen, nachdem sie von Patrycja Suchorska kontaktiert worden waren.

Der Familiengeschichte zufolge hatte Suchorskas Großvater jahrelang von einem sowjetischen Panzer erzählt, der in den 1950er-Jahren auf dem Grundstück liegen geblieben sein soll.

Da die schweren Überreste nicht bewegt werden konnten, sollen er und andere Familienmitglieder die Teile im Garten vergraben haben.

Jahrzehnte im Boden

Mariusz Kłakulak von „Nietoperze“ reiste mit einem Metalldetektor zu dem Ort, nachdem er die Geschichte der Familie gehört hatte.

Als er eintraf, hatten zwei örtliche Teenager, Antek und Patryk, bereits mehrere Stunden damit verbracht, das Gebiet umzugraben, nachdem sie Signale im Boden entdeckt hatten.

Im Verlauf der Ausgrabungen stießen die Suchenden auf immer größere Metallteile, die im Boden verborgen lagen.

Dem Geschichtsportal zufolge gehören zu den geborgenen Gegenständen ein Getriebe mit Achse, vier Räder, Zahnräder, Lager, Teile einer Panzerkette sowie mehrere kleinere, bislang nicht identifizierte Komponenten.

Die Teile sollen entweder zu einem sowjetischen T-34-Panzer oder zu einem Fahrzeug der IS-Serie gehören, auch wenn Experten die genaue Modellbezeichnung möglicherweise noch bestätigen müssen.

Die Überreste lagen höchstwahrscheinlich seit rund 70 Jahren im Boden.

Lokaler Mythos als wahr bestätigt

Mit der Zeit wurde die Familiengeschichte vor Ort als die Erzählung vom „Panzer im Garten“ bekannt. Viele Einwohner sollen sie eher für eine Übertreibung als für ein tatsächliches historisches Ereignis gehalten haben.

Die Ausgrabung änderte diese Wahrnehmung jedoch fast sofort, als erste greifbare Beweise aus dem Boden auftauchten.

Kłakulak schrieb die Entdeckung größtenteils der Hartnäckigkeit der beiden Teenager zu, die dabei halfen, die vergrabenen Überreste zu finden.

Er sagte gegenüber Zwiadowca Historii, die beiden Jugendlichen hätten „unermüdlich die Erde umgegraben“ und geholfen, den richtigen Ort zu identifizieren.

Die Erkundungsgruppe erklärte, dass die Arbeiten an der Fundstelle fortgesetzt werden, da möglicherweise noch weitere Teile in der Nähe vergraben sind.

Der Familiengeschichte zufolge könnten zusätzliche Teile des Fahrzeugs, darunter möglicherweise auch der Turm und das Geschützrohr, noch irgendwo in der Gegend im Boden liegen.

Für die Anwohner hat der Fund das, was einst als Dorffolklore galt, in ein bestätigtes Stück Geschichte aus der Zeit des Kalten Krieges verwandelt.

Quelle: Zwiadowca Historii