Startseite Gesundheit Gewöhnliches Vitamin zeigt Potenzial, die Behandlungsreaktion bei Brustkrebs zu verändern

Gewöhnliches Vitamin zeigt Potenzial, die Behandlungsreaktion bei Brustkrebs zu verändern

Computer Screen in Hospital Radiology Room: Beautiful Multiethnic Adult Woman Standing Topless Undergoing Mammography Screening Procedure. Screen Showing Mammogram Scans of Dense Breast Tissue
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Ein Nährstoff, der lange mit der Knochengesundheit in Verbindung gebracht wurde, wird nun aus einer anderen Perspektive betrachtet. Forschende gehen davon aus, dass er stillschweigend beeinflussen könnte, wie gut Krebstherapien wirken, was Fragen zu seiner umfassenderen Rolle in der Versorgung aufwirft. Die Ergebnisse weisen auch auf einen praktischeren Aspekt hin: ob ein weit verbreitetes Nahrungsergänzungsmittel Behandlungslücken in ressourcenarmen Umgebungen verringern könnte.

Laut einer in Nutrition and Cancer veröffentlichten Studie untersuchte ein Team der São Paulo State University, ob eine Supplementierung mit Vitamin D die Chemotherapie bei Patientinnen mit Brustkrebs unterstützen kann.

Die von FAPESP geförderte Studie begleitete 80 Frauen über 45 Jahre, die sich in einem Lehrkrankenhaus in Brasilien einer präoperativen Chemotherapie unterzogen.

Anstatt sich ausschließlich auf klinische Ergebnisse zu konzentrieren, hoben die Forschenden auch die Zugänglichkeit der Maßnahme hervor und stellten fest, dass viele Therapien zur Verbesserung der Chemotherapie weiterhin kostspielig oder in öffentlichen Gesundheitssystemen schwer zugänglich sind.

Diese Einordnung spiegelt eine grundlegende Herausforderung in der Onkologie wider: die Behandlungsergebnisse zu verbessern, ohne die Kosten erheblich zu erhöhen.

Interpretation der Ergebnisse

Der Unterschied zwischen den Gruppen war deutlich. Patientinnen, die neben der Chemotherapie Vitamin D erhielten, zeigten deutlich häufiger keine nachweisbaren Anzeichen von Krebs nach der Behandlung – ein klinisches Ergebnis, das als vollständiges Ansprechen bezeichnet wird.

Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Krankheit geheilt ist, wird jedoch häufig mit einer besseren Langzeitprognose in Verbindung gebracht.

Insgesamt war die Ansprechrate in der supplementierten Gruppe nahezu doppelt so hoch wie bei denjenigen, die ein Placebo erhielten.

„Selbst bei einer kleinen Teilnehmerzahl konnte ein signifikanter Unterschied im Ansprechen auf die Chemotherapie beobachtet werden. Zudem liegt die in der Studie verwendete Dosierung [2.000 IE pro Tag] weit unter der Zielmenge zur Korrektur eines Vitamin-D-Mangels, die üblicherweise bei 50.000 IE pro Woche liegt“, sagte Eduardo Carvalho-Pessoa, wie in Nutrition and Cancer berichtet wurde.

Viele Teilnehmerinnen begannen die Behandlung mit unzureichenden Spiegeln des Nährstoffs, was beeinflusst haben könnte, wie ihre Körper auf die Therapie reagierten.

Warum Forschende vorsichtig sind

Vitamin D ist weithin für seine Rolle bei der Aufrechterhaltung der Knochengesundheit bekannt, wird jedoch zunehmend auch mit der Aktivität des Immunsystems in Verbindung gebracht. Dieser Zusammenhang könnte erklären, warum eine Supplementierung den Körper während der Krebsbehandlung unterstützen kann.

„Durch die Supplementierung stiegen die Werte während der gesamten Chemotherapie an, was einen möglichen Beitrag zur Genesung der Patientinnen unterstreicht“, erklärte Carvalho-Pessoa gegenüber FAPESP.

Dennoch betonen die Forschenden, dass die Ergebnisse vorläufig sind. Die relativ geringe Stichprobengröße bedeutet, dass weitere Untersuchungen erforderlich sind, bevor belastbare Schlussfolgerungen gezogen oder klinische Praktiken geändert werden können.

„Dies sind ermutigende Ergebnisse, die eine neue Runde von Studien mit einer größeren Anzahl von Teilnehmenden rechtfertigen. Dies wird ein besseres Verständnis der Rolle von Vitamin D bei der Verbesserung des Ansprechens auf die Chemotherapie und folglich einer höheren Wahrscheinlichkeit einer Remission bei Brustkrebs ermöglichen“, sagte er.

Sollten sich die Ergebnisse in größeren Studien bestätigen, könnte dieser Ansatz die Behandlungsplanung beeinflussen, insbesondere in Gesundheitssystemen, die nach wirksamen, aber kostengünstigen unterstützenden Therapien suchen.

Quellen: Nutrition and Cancer, Agência FAPESP